Provolone Valpadana

Der Provolone Valpadana ist ein Schnittkäse aus Kuhmilch aus der Po-Ebene im Norden Italiens. Er stammt ursprünglich aus Süditalien, wird heute aber vorwiegend in der Lombardei und in Venetien hergestellt. Provolone Valpadana wird nach dem Filata-Verfahren hergestellt. Er gehört damit zur selben Käsefamilie wie z.B. Caciocavallo, Scamorza oder Mozzarella. Der Provolone Valpadana ist seit 1993 als italienischer DOP-Käse (Denominazione d’Origine Protetta) eingetragen. Seit 1996 ist er EU-weit als PDO -Käse (Protected Designation of Origin; geschützte Ursprungsbezeichnung, g.U. ) geschützt.

Geschichte

Provolone Valpadana stammt ursprünglich aus Süditalien, wahrscheinlich aus Lukanien und Kampanien. Die ersten schriftlichen Hinweise auf ihn stammen bereits aus dem Mittelalter. Die besondere Herstellungstechnik des Pasta Filata stammt aus Süditalien. Dort sorgte der Transport der Milch in den heißen Temperaturen der Region dafür, dass die Milch stark säuerte. Dies resultierte während der Käseherstellung in einem sehr instabilen Käsebruch. Dieser neigte während einer längeren Lagerung auf Tischen dazu, eine platische Konsistenz zu bekommen und “fili” (Fäden) zu bilden, wenn man den Bruch auseinander zog. Aus dieser Tatsache entstand die Technik des “filatura”. Dabei lässt man den Käsebruch einige Zeit auf Tischen reifen und zieht und formt ihn dann in heißer Flüssigkeit bis zur gewünschten Konsistenz und Form.

Herstellung

Zur Herstellung des Provolone Valpadana wird die Milch zunächst mit der Molke, die bei der Käseherstellung am Vortag angefallen ist, versetzt. Anschließend wird sie mit Lab (Kälberlab bei der milderen Variante “Provolone dolce” oder Lamm- oder Ziegenlab bei der pikanteren Variante “tipo piccante”) dick gelegt.
Die Dickete wird dann geschnitten und erhitzt. Dadurch wird der Käsebruch weich und formbar. Der Käsebruch wird gezogen und geformt und dann in die gewünschte Formen (Kugelig, birnenförmig, mandarinenförmig, melonenförmig, salamiförmig, usw.) geformt. Diese Formen nennt man “modella” (Model), da sie in ihren rundlicvhen und gewundenen Formen an die Rundungen einer Frau erinnern.
Der Provolone Valpadana wird dann in eine Salzlake mit Meersalz getaucht. Anschließend lässt man den Käse abkühlen und fest werden. Der Käse wird dann mit einer Schnur gebunden, so dass er sein später charakteristisches Aussehen mit unterschiedlichen Segmenten bekommt. Der Provolone Valpadana reift dann, je nach Form, Größe und Gewicht, unter kontrollierten Bedingungen unterschiedlich lange. Käse vom Typ “dolce” mit Kälberlab reift etwa 2 bis 3 Monate, Käse vom Typ “picante” mit Lamm- oder Ziegenlab reift mindestens 3 Monate bis zu mehr als einem Jahr. Nach der Reifezeit wird der Käse manchmal noch geräuchert.

Aussehen und Geschmack

Fertig gereifter Provolone Valpadana kommt in unterschiedlichen Formen, Größen, Gewichten (von 500 g bis über 100 kg) und Bindungen in den Handel. Der Teig ist fest, leicht elastisch, von weißer bis hellgelber Farbe. Er hat wenige, unregelmäßige Bruchlöcher und Risse. Der Geschmack ist je nach Typ unterschiedlich: Der Provolone dolce ist mild und sahnig, der typo piccante ist stärker bis kräftig.

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