Holunderblütenlikör selber machen – mit Korn & braunem Zucker

von Michael Krauß
Selbst gemachter Holunderblütenlikör aus frischen Holunderblüten

Zum 1-jährigen Jubiläum von „Mein Rezept der Woche“ gab es im Juni 2013 einen selbst gemachten Holunderblütenlikör. Das Rezept verbindet das intensive Aroma frischer Holunderblüten mit braunem Zucker, Zitronensäure und Korn.

Der Likör lässt sich mit wenigen Zutaten selber machen, benötigt nach der eigentlichen Zubereitung aber etwas Geduld: Nach dem Abfüllen gewinnt er durch einige Wochen Ruhezeit deutlich an Aroma.

Wichtig ist vor allem die Auswahl der Holunderblüten. Verwende nur eindeutig bestimmten Schwarzen Holunder aus sauberer, möglichst unbelasteter Umgebung und keine Dolden direkt an stark befahrenen Straßen oder anderen verunreinigten Standorten.

Zutaten für Holunderblütenlikör

  • 20 frische Holunderblütendolden
  • 1,5 l lauwarmes Wasser
  • 10 g Zitronensäure
  • 500 g brauner Zucker
  • 2 Flaschen Doppelkorn mit 32 % vol. à 0,7 l

Vorbereitungszeit: ca. 10 Minuten
Ziehzeit: ca. 24 Stunden
Reifezeit: idealerweise 3 bis 4 Wochen
Ergibt: etwa 4 Flaschen à 0,7 l, abhängig von Filtration und Abfüllung
Schwierigkeitsgrad: leicht

Zubereitung

1. Holunderblüten sorgfältig vorbereiten

Die Holunderblüten möglichst an einem trockenen Tag pflücken, wenn die Dolden vollständig geöffnet sind und intensiv duften.

Die Dolden vorsichtig ausschütteln und gründlich auf kleine Insekten oder beschädigte Blüten kontrollieren.

Traditionell werden Holunderblüten für solche Ansätze nicht unter fließendem Wasser gewaschen, weil dabei ein Teil des aromatischen Blütenstaubs verloren geht. Deshalb ist es besonders wichtig, nur saubere Blüten aus einer unbelasteten Umgebung zu verwenden.

Sehr dicke grüne Stiele möglichst entfernen, da sie geschmacklich störend wirken können.

2. Holunderblüten mit Zitronensäure ansetzen

Die Zitronensäure vollständig im lauwarmen Wasser auflösen.

Die vorbereiteten Holunderblüten in ein großes, lebensmittelechtes und sehr sauberes Gefäß geben und mit dem Zitronenwasser übergießen.

Das Gefäß verschließen und den Ansatz etwa 24 Stunden kühl und dunkel ziehen lassen. Bei warmer Witterung am besten im Kühlschrank lagern.

3. Holunderblütenansatz fein filtern

Nach etwa 24 Stunden die Blüten aus dem Ansatz entfernen.

Die Flüssigkeit zunächst durch ein feines Sieb und anschließend bei Bedarf durch ein sauberes Passiertuch oder einen Kaffeefilter geben.

So werden kleine Blütenteile und Schwebstoffe möglichst vollständig entfernt.

4. Braunen Zucker auflösen

Den braunen Zucker in der gefilterten Holunderflüssigkeit auflösen.

Falls sich der Zucker schlecht löst, kann ein Teil der Flüssigkeit vorsichtig erwärmt werden. Dabei muss noch kein Alkohol enthalten sein.

Anschließend die gezuckerte Holunderflüssigkeit vollständig abkühlen lassen.

5. Doppelkorn hinzufügen

Erst wenn die Holundermischung vollständig abgekühlt ist, den Doppelkorn hinzufügen.

Alles gründlich miteinander verrühren.

Alkohol sollte nicht zusammen mit der Mischung erhitzt werden.

6. Holunderblütenlikör abfüllen und reifen lassen

Sehr saubere Glasflaschen bereitstellen und den fertigen Holunderblütenlikör mithilfe eines Trichters abfüllen.

Die Flaschen gut verschließen und kühl sowie vor Licht geschützt aufbewahren.

Der Likör kann grundsätzlich bereits direkt nach der Zubereitung probiert werden. Geschmacklich runder wird er jedoch, wenn er etwa 3 bis 4 Wochen ruhen darf.

7. Holunderblütenlikör servieren

Den Holunderblütenlikör gut gekühlt servieren.

Wer möchte, gibt beim Servieren einen Eiswürfel ins Glas. Durch die Kälte wirkt der süße, florale Geschmack besonders frisch.

Zum damaligen 1-jährigen Jubiläum von „Mein Rezept der Woche“ hieß es deshalb ganz passend: Prost auf viele weitere Rezepte!

Tipps für selbst gemachten Holunderblütenlikör

Holunderblüten sollten möglichst frisch verarbeitet werden. Bereits stark verwelkte Dolden verlieren schnell Aroma.

Die Blüten nur dort sammeln, wo eine Verunreinigung durch Straßenverkehr, Spritzmittel oder andere Belastungen möglichst ausgeschlossen werden kann.

Saubere Gefäße und Flaschen sind bei selbst gemachtem Likör besonders wichtig. Flaschen sollten vor dem Abfüllen gründlich gereinigt werden.

Sollte sich der Likör während der Lagerung ungewöhnlich verändern, beispielsweise durch starke Gasbildung, deutliche Fehlgerüche oder andere auffällige Veränderungen, sollte er nicht mehr verwendet werden.

Nach dem Öffnen empfiehlt es sich, die Flasche gut verschlossen und kühl aufzubewahren.

Wann blüht Holunder?

Schwarzer Holunder blüht je nach Region und Witterung meist im späten Frühjahr bis in den Frühsommer.

Für einen aromatischen Holunderblütenlikör eignen sich frisch geöffnete, intensiv duftende Blütendolden besonders gut.

Warum Zitronensäure im Holunderblütenlikör?

Die Zitronensäure bringt eine frische, leicht säuerliche Komponente in den Ansatz und bildet einen Gegenpol zur Süße des Zuckers.

Dadurch wirkt der fertige Holunderblütenlikör geschmacklich ausgewogener und das florale Aroma der Blüten kommt besser zur Geltung.

Weitere Rezepte mit Holunder

Wenn du den aromatischen Geschmack von Holunder magst, probiere auch meinen Holunderlikör.

Dass Holunder nicht nur in Getränken funktioniert, zeigt mein Rindersteak mit Schnittlauchpüree und Holundersoße.

Häufige Fragen zu Holunderblütenlikör

Welche Holunderblüten eignen sich für Likör?

Verwendet werden frisch geöffnete und aromatisch duftende Blütendolden des eindeutig bestimmten Schwarzen Holunders aus einer möglichst unbelasteten Umgebung.

Soll man Holunderblüten vor der Verarbeitung waschen?

Bei Holunderblütenansätzen werden die Dolden häufig nur vorsichtig ausgeschüttelt und kontrolliert, weil Wasser aromatischen Blütenstaub entfernen kann. Deshalb sollten ausschließlich saubere Blüten von geeigneten Sammelstellen verwendet werden.

Wie lange müssen die Holunderblüten ziehen?

Für dieses Rezept ziehen die Blüten etwa 24 Stunden in Wasser und Zitronensäure. Der Ansatz sollte dabei kühl und dunkel stehen.

Warum wird Holunderblütenlikör gefiltert?

Durch feines Filtern werden Blütenreste, kleine Pflanzenteile und Schwebstoffe entfernt. Dadurch wird der fertige Likör klarer.

Wie lange sollte Holunderblütenlikör reifen?

Er kann direkt nach der Herstellung probiert werden, entwickelt aber nach etwa 3 bis 4 Wochen Ruhezeit einen runderen Geschmack.

Kann ich weißen statt braunen Zucker verwenden?

Ja. Weißer Zucker funktioniert ebenfalls. Brauner Zucker bringt jedoch eine leicht karamellige Eigennote mit und kann Farbe und Geschmack des Likörs etwas verändern.

Wie wird Holunderblütenlikör serviert?

Am besten wird er gut gekühlt und in kleinen Gläsern serviert. Nach Geschmack kann zusätzlich ein Eiswürfel ins Glas gegeben werden.

Muss der Alkohol erhitzt werden?

Nein. Der Alkohol wird erst zur vollständig abgekühlten Holundermischung gegeben und nicht erhitzt.

Fazit

Holunderblütenlikör selber machen ist unkompliziert und benötigt nur wenige Zutaten. Frische Holunderblüten, brauner Zucker und Zitronensäure sorgen zusammen mit Korn für einen süßen, floralen Likör.

Mit einigen Wochen Reifezeit entwickelt sich der Geschmack weiter – und für mich bleibt dieses Rezept zugleich eine schöne Erinnerung an das erste Jubiläum von „Mein Rezept der Woche“ im Jahr 2013.

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