Ein frisch gebackenes Sonntagsbrot gehört für mich zu den kleinen Dingen, die ein gemütliches Frühstück oder einen ausgedehnten Brunch besonders machen. Dieses Brot braucht zwar etwas Zeit und Ruhe, belohnt die Geduld aber mit einer wunderbar weichen, fluffigen Krume und einer schön goldbraunen Oberfläche.
Das Besondere an diesem Sonntagsbrot ist eine sogenannte Wasser-Mehl-Schwitze. Diese Methode wird auch als Tangzhong bezeichnet und sorgt dafür, dass der Teig besonders viel Feuchtigkeit binden kann. Das Ergebnis ist ein weiches Brot, das auch am nächsten Tag noch angenehm saftig bleibt.
Fluffiges Sonntagsbrot selber backen
Für dieses Brot solltest du etwas Zeit einplanen. Die eigentliche Arbeit hält sich allerdings in Grenzen, denn einen großen Teil der Zubereitungszeit verbringt der Teig beim Ruhen und Gehen.
Weitere Ideen für selbst gebackenes Brot findest du in meiner Kategorie Brot. Weitere süße und herzhafte Backideen gibt es außerdem im Bereich Backen.
Zutaten
Für die Wasser-Mehl-Schwitze
- 20 g Weizenmehl
- 100 ml Wasser
Für den Teig
- 350 g Weizenmehl
- 30 g Zucker
- 5 g Salz
- 1 Ei
- 120 ml Milch
- 1 Päckchen Trockenhefe
- 30 g weiche Butter
Zum Bestreichen
- 1 Ei
- 2 EL Milch
Zubereitung
1. Wasser-Mehl-Schwitze vorbereiten

Die Mischung sollte ungefähr 65 bis 70 °C erreichen und dabei deutlich eindicken. Sobald eine glatte, cremige Masse entstanden ist, den Topf vom Herd nehmen.
Die Oberfläche möglichst direkt abdecken und die Wasser-Mehl-Schwitze vollständig abkühlen lassen. Anschließend für etwa fünf Stunden in den Kühlschrank stellen.
2. Hefeteig herstellen
350 g Mehl mit Salz und etwa zwei Dritteln des Zuckers in einer großen Schüssel vermischen. Das Ei dazugeben.
Die Milch leicht erwärmen. Sie sollte lediglich lauwarm und keinesfalls heiß sein. Trockenhefe und den restlichen Zucker in die Milch geben und gründlich verrühren.
Die Hefemilch und die vorbereitete Wasser-Mehl-Schwitze zur Mehlmischung geben und alles etwa zehn Minuten zu einem glatten Teig verkneten.
Anschließend die weiche Butter nach und nach einarbeiten und den Teig weitere fünf Minuten kneten. Er sollte am Ende weich, elastisch und möglichst glatt sein.
3. Teig gehen lassen
Eine ausreichend große Schüssel leicht einfetten und den Teig hineinlegen. Abgedeckt an einem warmen Ort etwa 90 Minuten gehen lassen.
Der Teig sollte während dieser Zeit deutlich an Volumen gewinnen.
4. Teig portionieren

Die drei Teigstücke kurz durchkneten, zu Kugeln formen und abgedeckt weitere 15 Minuten ruhen lassen.
5. Sonntagsbrot formen
Jeden Teigling länglich ausrollen. Den Teig anschließend zusammenfalten und erneut zu einem schmalen Band ausrollen.
Das Teigband von einer kurzen Seite her zu einer Schnecke aufrollen. Dabei darauf achten, dass die Breite ungefähr zur verwendeten Kastenform passt.
Die Kastenform sorgfältig einfetten und leicht mit Mehl ausstäuben. Anschließend die drei Teigrollen nebeneinander in die Form setzen.
6. Noch einmal gehen lassen

Währenddessen den Backofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
7. Sonntagsbrot backen
Für die glänzende Oberfläche ein Ei mit zwei Esslöffeln Milch verquirlen und das aufgegangene Brot vorsichtig damit bestreichen.
Das Sonntagsbrot anschließend im vorgeheizten Backofen bei 190 °C Ober-/Unterhitze etwa 30 Minuten goldbraun backen.
Nach dem Backen einige Minuten in der Form stehen lassen, anschließend vorsichtig herausnehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.
Warum wird das Sonntagsbrot so fluffig?
Ein wichtiger Grund ist die vorbereitete Wasser-Mehl-Schwitze. Durch das Erwärmen von Mehl und Wasser kann die enthaltene Stärke bereits vor dem eigentlichen Backen Flüssigkeit binden.
Dadurch kann der spätere Brotteig mehr Feuchtigkeit aufnehmen und halten. Das sorgt für eine besonders weiche und saftige Krume.
Tipps für ein gelungenes Sonntagsbrot
- Milch nur lauwarm verwenden: Zu heiße Flüssigkeit kann die Hefe beeinträchtigen.
- Teig ausreichend kneten: Ein gut entwickeltes Klebergerüst sorgt für eine lockere Struktur.
- Gehzeiten nicht abkürzen: Die Hefe braucht Zeit, um das gewünschte Volumen aufzubauen.
- Butter weich verwenden: So lässt sie sich wesentlich besser in den Hefeteig einarbeiten.
- Brot vollständig auskühlen lassen: Direkt nach dem Backen ist die Krume noch sehr empfindlich.
Was passt zum Sonntagsbrot?
Das leicht süßliche und besonders weiche Brot schmeckt hervorragend mit Butter, Marmelade oder Honig. Aber auch Frischkäse, milder Käse oder herzhafte Aufstriche passen sehr gut dazu.
Frisch gebacken und noch leicht warm braucht es für meinen Geschmack häufig sogar nicht mehr als etwas gute Butter.
Wie bewahrt man das Sonntagsbrot auf?
Nach dem vollständigen Auskühlen sollte das Brot möglichst luftgeschützt aufbewahrt werden. Ein Brotkasten oder ein sauberer Brotbeutel eignet sich dafür gut.
Durch die Wasser-Mehl-Schwitze bleibt die Krume länger weich als bei vielen einfachen Hefebroten.
Kann man das Sonntagsbrot einfrieren?
Ja. Das vollständig ausgekühlte Brot lässt sich sehr gut einfrieren. Besonders praktisch ist es, das Brot vorher in Scheiben zu schneiden. Dadurch können später nur so viele Scheiben entnommen werden, wie tatsächlich benötigt werden.
Nach kurzem Auftauen oder leichtem Toasten schmeckt es fast wieder wie frisch gebacken.
Was ist eine Wasser-Mehl-Schwitze beim Brotbacken?
Die bei diesem Rezept verwendete Wasser-Mehl-Schwitze ist eine einfache Methode, um einen besonders weichen Brotteig herzustellen. International ist diese Technik häufig unter dem Namen Tangzhong bekannt.
Sie eignet sich besonders gut für weiche Brote, Milchbrote und andere fluffige Hefeteige. Weitere Grundlagen und praktische Tipps rund ums Kochen und Backen findest du in meinem Bereich Küchenwissen.
Fazit
Dieses Sonntagsbrot braucht etwas Geduld, ist aber unkompliziert zuzubereiten. Die Wasser-Mehl-Schwitze, lange Gehzeiten und etwas Butter sorgen für eine besonders lockere und weiche Krume.
Ob zum Sonntagsfrühstück, Brunch oder einfach mit etwas Butter und Marmelade – frisch gebacken schmeckt dieses Brot besonders gut.
