Holunderlikör selber machen ist eine schöne Möglichkeit, reife Holunderbeeren im Spätsommer und frühen Herbst zu verarbeiten. Während aus den duftenden Blüten im Frühsommer ein heller Holunderblütenlikör entsteht, liefern die dunklen Beeren einen wesentlich kräftigeren, fruchtigen Geschmack.
Für meinen Holunderlikör werden die Beeren zunächst mit Wasser gekocht und anschließend mit Zimt, Nelken, Vanille und einer feinen Bittermandelnote aromatisiert. Brauner Zucker bringt Süße und Doppelkorn macht daraus schließlich einen kräftigen hausgemachten Likör.
Wichtig: Holunderbeeren sollten nicht roh verarbeitet oder verzehrt werden. Verwende nur vollreife, dunkel gefärbte Beeren, entferne die Stiele möglichst gründlich und erhitze die Früchte wie in diesem Rezept beschrieben.
Zutaten für selbstgemachten Holunderlikör
Ergibt ca. 4 Liter
- 1,5 kg vollreife Holunderbeeren, ohne Stiele
- 2,5 l Wasser
- 1 Zimtstange
- 10 Nelken
- 2 Fläschchen Bittermandelaroma
- 1 kg brauner Zucker
- 3 Päckchen Vanillezucker
- 3 Flaschen Doppelkorn mit 32 % vol., je 0,7 l
Vorbereitungszeit: ca. 10 Minuten
Aktive Kochzeit: ca. 35 Minuten
Gesamtzeit: ca. 5 Stunden inklusive Filtern und Abkühlen
Ergebnis: ca. 4 Liter
Schwierigkeitsgrad: leicht
Holunderbeeren richtig vorbereiten
Für den Likör möglichst nur vollständig reife, dunkelviolette bis schwarze Holunderbeeren verwenden.
Die Dolden zunächst gründlich kontrollieren und unreife beziehungsweise beschädigte Früchte entfernen.
Anschließend die Beeren von den Stielen lösen. Das funktioniert beispielsweise vorsichtig mit einer Gabel.
Die Holunderbeeren danach gründlich waschen und abtropfen lassen.
Wenn du Holunder bereits im Frühsommer verarbeiten möchtest, findest du auf dem Blog auch meinen Holunderblütenlikör. Während dort die Blüten für das Aroma sorgen, verwenden wir bei diesem Rezept die reifen Früchte.
Holunderbeeren mit Gewürzen kochen
Die vorbereiteten Holunderbeeren zusammen mit 2,5 Litern Wasser in einen ausreichend großen Topf geben.
Alles aufkochen und anschließend etwa 20 Minuten köcheln lassen.
Nun Zimtstange, Nelken und Bittermandelaroma hinzufügen.
Die Mischung weitere 10 Minuten köcheln lassen.
Während dieser Zeit geben die Holunderbeeren ihre intensive Farbe und ihr fruchtiges Aroma an die Flüssigkeit ab. Zimt und Nelken bringen gleichzeitig eine warme Gewürznote dazu.
Holundersaft sorgfältig filtern
Die gekochte Holundermischung anschließend durch ein feines Sieb, Filtertuch oder geeignetes Filterpapier passieren.
Dabei die Flüssigkeit auffangen.
Je feiner der Saft an dieser Stelle gefiltert wird, desto klarer wird später der fertige Holunderlikör.
Den aufgefangenen Holundersaft anschließend wieder in einen sauberen Topf geben.
Holundersirup mit braunem Zucker herstellen
Den braunen Zucker und den Vanillezucker zum gefilterten Holundersaft geben.
Alles unter Rühren erneut aufkochen.
Den Holundersaft anschließend ungefähr 5 Minuten köcheln lassen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
Durch den braunen Zucker bekommt der spätere Likör zusätzlich eine leicht karamellige Note, während der Vanillezucker die Gewürzaromen abrundet.
Den fertigen Holundersirup anschließend vollständig abkühlen lassen.
Holunderlikör mit Doppelkorn fertigstellen
Erst wenn der Holundersirup vollständig abgekühlt ist, den Doppelkorn dazugeben.
Alles sorgfältig miteinander verrühren.
Den Alkohol gebe ich bewusst erst nach dem Abkühlen dazu. So bleibt das Aroma des Doppelkorns im Likör erhalten und unnötiges Verdampfen des Alkohols wird vermieden.
Den Holunderlikör anschließend noch einmal probieren. Direkt nach der Zubereitung wirken Gewürze, Frucht und Alkohol häufig noch etwas voneinander getrennt. Während der Lagerung verbinden sich die Aromen zunehmend.

Holunderlikör abfüllen und lagern
Den fertigen Likör in gründlich gereinigte und vollständig trockene Flaschen füllen und gut verschließen.
Grundsätzlich kann der Holunderlikör bereits direkt nach der Herstellung probiert werden.
Geschmacklich lohnt sich allerdings etwas Geduld. Bei längerer Lagerung verbinden sich Holunder, Zimt, Nelke, Vanille und Bittermandel deutlich harmonischer miteinander.
Die Flaschen am besten kühl und dunkel lagern.
Meine Tipps für Holunderlikör
Nur vollreife Holunderbeeren verwenden
Die Beeren sollten dunkelviolett bis schwarz und vollständig ausgereift sein. Grüne beziehungsweise unreife Beeren werden aussortiert.
Stiele möglichst vollständig entfernen
Vor dem Kochen die Beeren gründlich von den Dolden lösen und möglichst viele Stielreste entfernen.
Holunderbeeren immer erhitzen
Holunderbeeren gehören nicht roh in den Likör. Bei diesem Rezept werden sie deshalb zunächst 20 Minuten gekocht und anschließend zusammen mit den Gewürzen weitere 10 Minuten erhitzt.
Für einen klareren Likör fein filtern
Ein grobes Küchensieb hält nur größere Fruchtbestandteile zurück. Für einen klareren Likör eignet sich zusätzlich ein Filtertuch oder feines Filterpapier.
Den Alkohol erst nach dem Abkühlen zugeben
Der Holundersirup sollte vor der Zugabe des Doppelkorns vollständig abgekühlt sein.
Dem Likör Zeit geben
Direkt nach dem Abfüllen ist der Holunderlikör bereits trinkbar. Harmonischer wird er jedoch, wenn die verschiedenen Aromen etwas Zeit bekommen, sich miteinander zu verbinden.
Wie schmeckt Holunderlikör?
Holunderbeeren schmecken deutlich anders als die Blüten des Holunderstrauchs.
Während Holunderblüten besonders floral und leicht wirken, liefern die dunklen Früchte einen kräftigeren, herbsäuerlichen und fruchtigen Geschmack.
Zimt und Nelken bringen bei diesem Rezept zusätzlich warme Gewürznoten, während Vanille und brauner Zucker für eine weichere Süße sorgen.
Das Bittermandelaroma gibt dem Likör schließlich eine feine Marzipannote.
Holunder kann auch herzhaft
Holunder muss übrigens nicht immer süß verarbeitet werden.
Wie gut die dunklen Früchte beziehungsweise ihr Saft auch zu kräftigen Fleischgerichten passen, zeigt mein Rindersteak mit Schnittlauchpüree und Holundersoße.
Die leichte Säure und die kräftige Frucht des Holunders ergeben dabei einen spannenden Kontrast zu Rindfleisch.
Mein Fazit
Holunderlikör selber machen ist unkompliziert, benötigt aber ein wenig Zeit zum Kochen, Filtern und Abkühlen.
Dafür entsteht aus den reifen Holunderbeeren ein kräftiger, dunkelroter Likör mit fruchtigen und würzigen Aromen.
Zimt, Nelken, Vanille und Bittermandel passen besonders gut zur herben Frucht des Holunders und machen den Likör gerade im Herbst und Winter zu einem schönen Genuss.
Und wer bis zur nächsten Holunderblüte warten kann, sollte anschließend unbedingt einmal den Unterschied zu meinem Holunderblütenlikör probieren.
Häufige Fragen zu Holunderlikör
Kann man Holunderbeeren roh für Likör verwenden?
Nein. Holunderbeeren sollten vor der Verwendung ausreichend erhitzt werden. In diesem Rezept werden die Beeren insgesamt etwa 30 Minuten gekocht.
Welche Holunderbeeren eignen sich für Holunderlikör?
Verwendet werden vollreife, dunkelviolette bis schwarze Beeren. Unreife beziehungsweise grüne Früchte sollten aussortiert werden.
Müssen die Stiele von Holunderbeeren entfernt werden?
Ja. Die Beeren sollten möglichst vollständig von den Dolden und Stielen gelöst werden, bevor sie verarbeitet werden.
Wie wird Holunderlikör klar?
Je feiner der gekochte Holundersaft gefiltert wird, desto weniger Fruchtbestandteile verbleiben im späteren Likör. Ein feines Filtertuch oder Filterpapier eignet sich dafür besonders gut.
Wann kommt der Alkohol in den Holunderlikör?
Der Doppelkorn wird erst zum vollständig abgekühlten Holundersirup gegeben. Anschließend wird alles gründlich miteinander vermischt.
Kann man Holunderlikör sofort trinken?
Ja. Direkt nach dem Abfüllen ist der Likör bereits genießbar. Bei längerer Lagerung verbinden sich die Frucht- und Gewürzaromen jedoch harmonischer.
Wie sollte selbstgemachter Holunderlikör gelagert werden?
Der Likör sollte in saubere, gut verschlossene Flaschen gefüllt und möglichst kühl sowie dunkel gelagert werden.
Was ist der Unterschied zwischen Holunderlikör und Holunderblütenlikör?
Holunderlikör aus den Beeren besitzt einen kräftigen, fruchtig-herben Geschmack. Holunderblütenlikör wird dagegen aus den Blüten hergestellt und schmeckt wesentlich floraler und leichter.
