Zwetschgenknödel mit Vanillesoße gehören zu den klassischen süßen Gerichten der österreichischen Küche. Ein weicher Kartoffelteig umhüllt fruchtige Zwetschgen, anschließend werden die Knödel in goldbraunen Butterbröseln gewälzt und mit einer cremigen Vanillesoße serviert.
Gerade zur Zwetschgenzeit ist dieses Dessert eine schöne Abwechslung zu Kuchen und Kompott. Der Kartoffelteig ist angenehm weich, die Zwetschgen bringen Fruchtigkeit und leichte Säure und die karamellisierten Brösel sorgen für den passenden Kontrast.
Zutaten für Zwetschgenknödel mit Vanillesoße
Für 4 Personen
Für die Zwetschgenknödel
- 300 g gekochte Pellkartoffeln, durchgedrückt
- 30 g weiche Butter
- 30 g Grieß
- 5 g Salz
- 1 Ei
- 60 g Mehl
- 25 g Zucker
- 2 Zwetschgen
Für die Butterbrösel
- 50 g Butter
- 60 g Semmelbrösel
- 10 g Zucker
Für die Vanillesoße
- 400 ml Milch
- 14 g Cremepulver oder Speisestärke
- 40 g Zucker
- 1 Eigelb
- Mark von 1/2 Vanilleschote
Vorbereitungszeit: ca. 20 Minuten
Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten
Gesamtzeit: ca. 50 Minuten
Portionen: 4
Schwierigkeitsgrad: mittel
Kartoffelteig für Zwetschgenknödel zubereiten
Für den Knödelteig die gekochten und vollständig abgekühlten Pellkartoffeln durch eine Kartoffelpresse drücken.
Die Kartoffelmasse zusammen mit weicher Butter, Grieß, Salz, Ei, Mehl und Zucker in eine Schüssel geben.
Alle Zutaten zügig zu einem glatten Kartoffelteig verkneten.
Dabei den Teig nicht länger bearbeiten als notwendig. Kartoffelteig kann bei zu langem Kneten zunehmend klebrig werden.
Falls der Teig sehr weich ist, ihn einige Minuten ruhen lassen, damit der Grieß etwas Flüssigkeit aufnehmen kann.
Auch herzhafte Gnocchi basieren auf einem ähnlichen Prinzip. Wenn du Kartoffelteig einmal anders verwenden möchtest, schau dir auch meine Kartoffelgnocchi mit Rinderstreifen und Spargel an.
Zwetschgenknödel formen und füllen
Die Zwetschgen waschen, halbieren und die Steine entfernen.
Anschließend die Früchte in kleinere Stücke schneiden.
Den Kartoffelteig in gleichmäßige Portionen teilen.
Jede Portion mit leicht bemehlten Händen zunächst flach drücken und einige Zwetschgenstücke in die Mitte legen.
Den Teig anschließend sorgfältig über der Füllung verschließen und zwischen den Handflächen zu einem gleichmäßigen Knödel formen.
Wichtig ist, dass keine offenen Stellen im Teig bleiben. Sonst kann beim Garen Flüssigkeit in den Knödel gelangen oder die Frucht austreten.
Zwetschgenknödel richtig garen
In einem ausreichend großen Topf leicht gesalzenes Wasser erhitzen.
Das Wasser sollte beim Einlegen der Knödel nicht kräftig sprudelnd kochen, sondern nur knapp unter dem Siedepunkt bleiben.
Die Zwetschgenknödel vorsichtig hineingeben und ungefähr 15 Minuten ziehen lassen.
Sobald die Knödel an die Oberfläche steigen, noch kurz weiterziehen lassen und anschließend vorsichtig mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben.
Gut abtropfen lassen.
Butterbrösel für die Zwetschgenknödel
Während die Knödel garen, die Butter in einer großen Pfanne schmelzen.
Semmelbrösel und Zucker dazugeben.
Die Mischung bei mittlerer Temperatur unter regelmäßigem Rühren goldbraun rösten.
Dabei aufmerksam bleiben: Durch Zucker und Butter können die Brösel relativ schnell von goldbraun zu dunkel wechseln.
Die fertig gegarten und abgetropften Zwetschgenknödel direkt in die warmen Butterbrösel geben.
Vorsichtig wenden, bis die Knödel rundherum gleichmäßig mit den Bröseln bedeckt sind.

Hausgemachte Vanillesoße zubereiten
Für die Vanillesoße Milch, Cremepulver beziehungsweise Speisestärke, Zucker, Eigelb und das ausgekratzte Mark der Vanilleschote in einer hitzebeständigen Schüssel gründlich miteinander verrühren.
Die Schüssel anschließend auf ein Wasserbad setzen.
Die Vanillemischung unter ständigem Rühren langsam erhitzen.
Bei ungefähr 85 °C beginnt die Sauce anzudicken und bekommt eine cremige, sämige Konsistenz.
Die Vanillesoße anschließend vom Wasserbad nehmen und noch einmal gründlich durchrühren.
Sie sollte cremig fließen und nicht zu fest werden.
Zwetschgenknödel mit Vanillesoße anrichten
Etwas warme Vanillesoße auf tiefe Teller geben.
Die in Butterbröseln gewälzten Zwetschgenknödel daraufsetzen.
Wer möchte, kann noch einige der gerösteten Brösel darüberstreuen.
Die Knödel am besten direkt warm servieren. Dann ist der Kartoffelteig besonders weich, während die Butterbrösel noch angenehm knusprig sind.
Meine Tipps für gute Zwetschgenknödel
Mehligkochende Kartoffeln verwenden
Für Kartoffelteig eignen sich trockene, stärkereiche Kartoffeln besonders gut. Sie nehmen meist weniger zusätzliches Mehl auf und sorgen für einen lockeren Teig.
Die Kartoffeln vollständig auskühlen lassen
Zu warme Kartoffeln können den Teig weicher und klebriger machen. Deshalb die Pellkartoffeln möglichst rechtzeitig kochen und abkühlen lassen.
Kartoffelteig nicht zu lange kneten
Die Zutaten nur so lange miteinander verarbeiten, bis ein gleichmäßiger Teig entstanden ist.
Knödel nur ziehen lassen
Bei stark sprudelndem Wasser können die Knödel beschädigt werden oder auseinanderfallen. Deshalb knapp unter dem Siedepunkt garen.
Brösel langsam rösten
Mittlere Temperatur reicht vollkommen aus. Die Butterbrösel sollen goldbraun und aromatisch werden, aber nicht verbrennen.
Vanillesoße nicht stark kochen
Durch Eigelb und Stärke wird die Sauce beim Erwärmen gebunden. Langsames Erhitzen und regelmäßiges Rühren sorgen für eine glatte Konsistenz.
Zwetschgen oder Pflaumen?
Für klassische Zwetschgenknödel verwende ich Zwetschgen. Sie sind aromatisch, besitzen eine angenehme Säure und lassen sich durch ihre längliche Form gut verarbeiten.
Grundsätzlich funktioniert das Rezept aber auch mit anderen Pflaumensorten. Wichtig ist vor allem, dass die Früchte reif, aber nicht zu weich sind.
Wenn du Zwetschgen oder Pflaumen auch einmal in einem anderen Dessert verwenden möchtest, passt mein Kürbiskuchen mit Pflaumenkompott hervorragend in die spätsommerliche und herbstliche Küche.
Mein Fazit
Zwetschgenknödel mit Vanillesoße sind ein schönes Beispiel dafür, wie aus wenigen einfachen Zutaten ein besonderes Dessert entsteht.
Der weiche Kartoffelteig, die fruchtige Zwetschgenfüllung, goldbraune Butterbrösel und die cremige Vanillesoße ergänzen sich dabei perfekt.
Gerade während der Zwetschgenzeit lohnt es sich, diesen österreichischen Klassiker einmal selbst zuzubereiten.
Häufige Fragen zu Zwetschgenknödeln
Welche Kartoffeln eignen sich für Zwetschgenknödel?
Für Kartoffelteig eignen sich mehligkochende beziehungsweise stärkereiche Kartoffeln besonders gut. Sie ergeben einen trockeneren und gut formbaren Teig.
Warum fallen Zwetschgenknödel auseinander?
Ursachen können ein zu weicher Teig, nicht vollständig verschlossene Knödel oder zu stark kochendes Wasser sein. Die Knödel sollten nur knapp unter dem Siedepunkt ziehen.
Wie lange müssen Zwetschgenknödel garen?
Die Knödel benötigen ungefähr 15 Minuten in heißem Wasser knapp unterhalb des Siedepunkts. Wenn sie an die Oberfläche steigen, sind sie meist nahezu fertig.
Kann man Zwetschgenknödel mit Pflaumen machen?
Ja. Auch andere Pflaumensorten können verwendet werden. Die Früchte sollten reif, aber noch ausreichend fest sein.
Kann man die Zwetschgenknödel vorbereiten?
Der Kartoffelteig kann kurz vor der Zubereitung vorbereitet werden. Fertig geformte Knödel sollten jedoch möglichst zeitnah gegart werden, da Kartoffelteig beim längeren Stehen seine Konsistenz verändern kann.
Kann man Zwetschgenknödel einfrieren?
Zwetschgenknödel lassen sich grundsätzlich einfrieren. Am besten werden sie ungegart einzeln vorgefroren und anschließend verpackt. Zum Garen können sie direkt gefroren in heißes Wasser gegeben werden, benötigen dann aber etwas länger.
Was passt zu Zwetschgenknödeln?
Vanillesoße, Butterbrösel, Zimtzucker oder ein fruchtiges Zwetschgenkompott passen besonders gut dazu.
Kann man die Vanillesoße ohne Cremepulver zubereiten?
Ja. Statt Cremepulver kann Speisestärke verwendet werden. Sie sorgt zusammen mit dem Eigelb für die gewünschte sämige Konsistenz.
