Pfannensatz richtig nutzen – so entsteht aus Röstaromen eine Sauce

von Michael Krauß
Pfannensatz richtig nutzen – dunkle Sauce mit Butter montieren

Pfannensatz richtig nutzen gehört zu den einfachsten Möglichkeiten, aus wenigen Zutaten eine richtig aromatische Sauce zu machen. Nach dem Anbraten von Fleisch oder Gemüse bleiben am Pfannenboden dunkelbraune Röstaromen zurück – und genau darin steckt jede Menge Geschmack.

Statt diese Rückstände beim Abwaschen zu verlieren, kannst du den Pfannensatz mit Wein, Fond, Brühe oder sogar Wasser ablöschen, reduzieren und anschließend zu einer glänzenden Pfannensauce weiterverarbeiten.

Dafür brauchst du weder fertige Saucenbinder noch eine lange Zutatenliste. Oft reichen die Röstaromen aus der Pfanne, eine passende Flüssigkeit und etwas kalte Butter. Wer Pfannensatz richtig nutzen kann, hat damit eine der wichtigsten Grundlagen für schnelle und geschmackvolle Saucen verstanden.

In diesem Küchenwissen zeige ich dir Schritt für Schritt, wie Pfannensatz entsteht, woran du guten Bratensatz erkennst, womit du ihn ablöschen kannst und wie durch Reduktion und das Montieren mit Butter daraus eine richtig gute Sauce wird.

Kurz erklärt:
Pfannensatz entstehen lassen → Fleisch oder Gemüse herausnehmen → mit Flüssigkeit ablöschen → Röstaromen lösen → reduzieren → abschmecken → mit kalter Butter vollenden.

Was ist Pfannensatz?

Als Pfannensatz oder Bratensatz bezeichnet man die braunen und aromatischen Rückstände, die beim kräftigen Anbraten von Fleisch, Gemüse oder anderen Lebensmitteln am Pfannenboden haften bleiben.

Sie entstehen unter anderem aus Fleischsäften, Eiweißbestandteilen, Zucker und weiteren Stoffen, die beim Braten erhitzt und gebräunt werden.

Das Entscheidende dabei: Ein guter Pfannensatz ist nicht verbrannt. Er ist dunkelbraun, riecht angenehm geröstet und lässt sich später mit Flüssigkeit wieder vom Pfannenboden lösen.

In der englischsprachigen Küche begegnet dir dafür häufig der Begriff fond. Das sollte allerdings nicht mit dem bei uns üblichen Küchenbegriff Fond als aromatische Kochgrundlage verwechselt werden.

Warum sind Röstaromen so wichtig?

Beim starken Erhitzen von Lebensmitteln entstehen neue Aromen und Farbstoffe. Eine wichtige Rolle spielt dabei die sogenannte Maillard-Reaktion.

Vereinfacht gesagt reagieren bestimmte Zucker und Aminosäuren miteinander. Dadurch entstehen die typischen braunen Oberflächen und komplexen Röstaromen, die wir beispielsweise an einem Steak, einem Braten oder kräftig angebratenem Gemüse so schätzen.

Ein Teil dieser Aromastoffe bleibt am Pfannenboden zurück. Genau deshalb wäre es schade, die Pfanne nach dem Braten sofort unter Wasser zu stellen.

Der Pfannensatz ist im Grunde ein konzentrierter Aromaträger. Mit etwas Flüssigkeit lässt er sich lösen und anschließend zu einer Sauce weiterverarbeiten.

Wer Pfannensatz richtig nutzen möchte, sollte deshalb nicht nur auf das Fleisch oder Gemüse schauen, sondern auch darauf, was während des Bratens am Pfannenboden passiert.

Pfannensatz oder verbrannte Rückstände – wo liegt der Unterschied?

Hier gilt eine sehr einfache Regel:

Dunkelbraun ist gut. Schwarz ist problematisch.

Ein guter Pfannensatz besitzt eine kräftige braune Farbe und riecht angenehm nach Röstaromen.

Ist der Boden der Pfanne dagegen großflächig schwarz und riecht bitter oder verbrannt, solltest du daraus keine Sauce mehr herstellen. Durch das Ablöschen verschwinden verbrannte Aromen nicht – sie gelangen direkt in die Sauce.

Besonders Zucker, Marinaden oder stark gewürzte Fleischstücke können schneller verbrennen. In solchen Fällen solltest du die Temperatur während des Bratens besonders genau kontrollieren.

Welche Pfanne eignet sich für guten Pfannensatz?

Besonders gut entsteht Pfannensatz in:

  • Edelstahlpfannen,
  • Gusseisenpfannen,
  • unbeschichteten schweren Bratpfannen.

Diese Pfannen erlauben es, dass Fleisch oder Gemüse während des Bratens leicht am Boden anhaften. Beim richtigen Zeitpunkt löst sich das Gargut wieder – die braunen Röstaromen bleiben teilweise zurück.

In beschichteten Pfannen entsteht meist weniger klassischer Pfannensatz, weil die Beschichtung genau dieses Anhaften reduzieren soll.

Das bedeutet nicht, dass du in einer beschichteten Pfanne keine Sauce zubereiten kannst. Für einen ausgeprägten Bratensatz sind Edelstahl und Gusseisen jedoch meist die bessere Wahl.

Pfannensatz richtig nutzen und ablöschen

Wenn du Pfannensatz richtig nutzen möchtest, beginnt der wichtigste Schritt unmittelbar nach dem Anbraten.

Das Fleisch oder Gemüse wird zunächst aus der Pfanne genommen und je nach Gericht warm gehalten.

Am Boden der Pfanne befinden sich nun die wertvollen braunen Röstaromen. Überschüssiges Fett kannst du bei Bedarf vorsichtig abgießen. Einen kleinen Teil davon darfst du ruhig in der Pfanne lassen.

Die Pfanne bleibt auf dem Herd. Ist sie sehr heiß, kannst du die Temperatur etwas reduzieren.

Nun kommt eine passende Flüssigkeit dazu. Dieser Vorgang wird Ablöschen oder auch Deglacieren genannt.

Durch die Flüssigkeit lösen sich die braunen Rückstände vom Pfannenboden. Mit einem Holzlöffel oder geeigneten Pfannenwender kannst du den Satz vorsichtig abschaben und in die Flüssigkeit einarbeiten.

Pfannensatz in einer Edelstahlpfanne wird mit Rotwein abgelöscht
Beim Ablöschen lösen Wein und Hitze die kräftigen Röstaromen vom Pfannenboden.

Pfannensatz mit Wein ablöschen

Wein ist eine der klassischen Möglichkeiten, Pfannensatz abzulöschen. Er bringt neben Flüssigkeit zusätzlich Säure, Frucht und eigene Aromen in die Sauce.

Rotwein zum Ablöschen

Rotwein passt besonders gut zu kräftigen Gerichten mit:

  • Rindfleisch,
  • Wild,
  • Lamm,
  • kräftigen Schmorgerichten.

Ein trockener Rotwein bringt Frucht, Säure und je nach Wein auch würzige oder holzige Noten mit.

Nach dem Ablöschen solltest du den Wein einige Minuten reduzieren lassen, bevor weitere Flüssigkeit dazugegeben wird.

Weißwein zum Ablöschen

Weißwein passt hervorragend zu:

  • Geflügel,
  • Schweinefleisch,
  • Fisch,
  • Gemüse,
  • hellen Saucen.

Besonders ein trockener Weißwein sorgt für Frische und Säure, ohne die Sauce zu schwer werden zu lassen.

Welchen Wein sollte man verwenden?

Für eine Pfannensauce brauchst du keinen besonders teuren Wein. Ich würde allerdings auch keinen Wein verwenden, den ich überhaupt nicht trinken möchte.

Der Wein wird zwar reduziert und mit anderen Aromen kombiniert, sein Grundgeschmack bleibt aber trotzdem Bestandteil der Sauce.

Muss der Alkohol komplett verkochen?

Alkohol verschwindet beim Kochen nicht innerhalb weniger Sekunden vollständig. Wie viel davon am Ende verbleibt, hängt unter anderem von Kochzeit, Temperatur, Oberfläche und verwendeter Menge ab.

Beim Ablöschen geht es vor allem darum, den Wein so weit zu reduzieren, dass sich sein Geschmack harmonisch mit den Röstaromen verbindet und die zunächst etwas scharfe Weinnote milder wird.

Pfannensatz mit Fond oder Brühe ablöschen

Wenn du Pfannensatz richtig nutzen und eine besonders kräftige Sauce herstellen möchtest, ist ein guter Fond eine hervorragende Grundlage.

Je nach Gericht kannst du beispielsweise verwenden:

  • Rinderfond,
  • Kalbsfond,
  • Geflügelfond,
  • Wildfond,
  • Gemüsefond.

Fond besitzt bereits viel Geschmack und ist meistens nur zurückhaltend gesalzen. Das ist gerade für Saucen wichtig, die anschließend noch reduziert werden.

Auch Brühe funktioniert. Allerdings solltest du bei gekaufter Brühe den Salzgehalt beachten. Durch das spätere Einkochen kann sich der Salzgeschmack deutlich verstärken.

Wenn du genauer wissen möchtest, worin sich Brühe, Fond, Jus und Sauce unterscheiden, findest du dazu meinen ausführlichen Küchenwissen-Beitrag Brühe, Fond, Jus & Sauce – was ist der Unterschied?.

Kann man Pfannensatz mit Wasser ablöschen?

Ja. Auch ganz normales Wasser kann Pfannensatz vom Boden lösen.

Das klingt zunächst vielleicht weniger spannend als Wein oder Fond, kann aber durchaus sinnvoll sein.

Wenn der Pfannensatz selbst bereits sehr kräftig ist, bringt Wasser keine zusätzlichen Fremdaromen in die Sauce. Dadurch bleibt der ursprüngliche Geschmack des angebratenen Lebensmittels besonders deutlich erhalten.

Für eine schnelle Alltagssauce ist Wasser deshalb völlig legitim.

Wein und Fond miteinander kombinieren

Eine meiner liebsten Methoden ist die Kombination aus Wein und Fond.

Dafür zunächst mit einer kleineren Menge Wein ablöschen und den Pfannensatz vom Boden lösen.

Den Wein anschließend deutlich reduzieren lassen.

Erst danach kommt Fond dazu. Nun wird erneut eingekocht, bis die Sauce die gewünschte Intensität erreicht.

So verbindet sich die Frucht und Säure des Weins mit der kräftigen Tiefe des Fonds.

Sauce richtig reduzieren

Nach dem Ablöschen ist die Flüssigkeit in der Pfanne meistens noch relativ dünn.

Jetzt beginnt das Reduzieren.

Dabei lässt du die Flüssigkeit offen köcheln. Wasser verdampft und die Sauce wird dadurch geschmacklich konzentrierter.

Beim Reduzieren passieren vor allem zwei Dinge:

  • der Geschmack wird intensiver,
  • die Sauce bekommt mehr Körper und Konsistenz.

Dafür muss die Sauce nicht extrem stark kochen. Ein kontrolliertes Köcheln reicht meistens aus.

Wann ist eine Sauce ausreichend reduziert?

Ein einfacher Test funktioniert mit einem Löffel.

Tauche einen Löffel in die Sauce und ziehe ihn wieder heraus. Bleibt auf der Rückseite ein dünner Film haften, hat die Sauce bereits eine gewisse Bindung erreicht.

Je nach gewünschter Sauce kannst du sie natürlich noch weiter reduzieren.

Warum sollte man erst am Ende salzen?

Beim Reduzieren verdampft Wasser. Salz dagegen bleibt in der Sauce.

Dadurch kann eine Sauce, die vor dem Reduzieren genau richtig gesalzen schmeckt, nach einigen Minuten plötzlich deutlich zu salzig sein.

Deshalb gilt für viele Pfannensaucen:

Erst reduzieren, dann endgültig abschmecken.

Natürlich kannst du während des Kochens bereits vorsichtig würzen. Die endgültige Menge Salz würde ich aber immer erst kurz vor dem Servieren bestimmen.

Was bedeutet Sauce mit Butter montieren?

Zum Abschluss kannst du die reduzierte Pfannensauce mit kalter Butter montieren.

Der Begriff klingt kompliziert, beschreibt aber eine sehr einfache Technik.

Die Sauce wird zunächst fertig reduziert. Danach reduzierst du die Hitze deutlich oder nimmst die Pfanne kurz vom Herd.

Nun werden kleine Stücke kalte Butter nach und nach in die Sauce eingerührt oder eingeschwenkt.

Die Butter sorgt für:

  • einen schönen Glanz,
  • eine seidige Konsistenz,
  • etwas zusätzliche Bindung,
  • einen runderen Geschmack.

Nach dem Montieren sollte die Sauce nicht mehr stark kochen. Zu hohe Hitze kann dazu führen, dass sich die Emulsion wieder trennt und sich Fett sichtbar absetzt.

Gerade dieser letzte Arbeitsschritt verwandelt eine einfache Reduktion oft in eine elegante Pfannensauce.

Pfannensauce mit Sahne

Natürlich kannst du eine Pfannensauce auch mit Sahne verfeinern.

Das funktioniert besonders gut zu:

  • Geflügel,
  • Schweinefleisch,
  • Pilzgerichten,
  • hellen Saucen.

Zunächst wird auch hier der Pfannensatz mit Wein, Fond oder Brühe gelöst und etwas reduziert.

Danach etwas Sahne dazugeben und die Sauce sanft weiter einkochen lassen.

Bei einer kräftigen dunklen Fleischsauce verzichte ich persönlich häufig auf Sahne, weil die Röstaromen dadurch stärker im Vordergrund bleiben.

Muss eine Pfannensauce mit Mehl oder Stärke gebunden werden?

Nicht unbedingt.

Viele gute Pfannensaucen bekommen allein durch mehrere Faktoren bereits genügend Konsistenz:

  • Reduktion,
  • Gelatine aus einem guten Fond,
  • Montieren mit Butter.

Wenn die Sauce trotzdem zu dünn bleibt, kannst du natürlich etwas Stärke verwenden.

Dabei würde ich sehr vorsichtig dosieren. Eine klassische Pfannensauce muss nicht extrem dick sein.

Oft ist eine leicht fließende, glänzende Sauce angenehmer als eine stark gebundene Sauce mit puddingartiger Konsistenz.

Schnelle Pfannensauce in wenigen Minuten

Wenn du Pfannensatz richtig nutzen möchtest, kannst du dir diesen einfachen Ablauf merken:

  1. Fleisch oder Gemüse kräftig anbraten.
  2. Das Gargut aus der Pfanne nehmen.
  3. Überschüssiges Fett bei Bedarf abgießen.
  4. Pfannensatz mit Wein, Fond, Brühe oder Wasser ablöschen.
  5. Die Röstaromen mit einem Holzlöffel vom Boden lösen.
  6. Die Flüssigkeit reduzieren.
  7. Erst jetzt mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  8. Die Hitze deutlich reduzieren.
  9. Kalte Butter einrühren.
  10. Die Sauce sofort servieren.

Das ist das Grundprinzip einer schnellen Pfannensauce. Von diesem Punkt aus kannst du sie beliebig erweitern.

Pfannensauce passend zum Gericht

Pfannensauce zu Steak

Zu Steak passen Rotwein oder Rinderfond besonders gut. Schalotten, Thymian oder etwas schwarzer Pfeffer können die Sauce ergänzen.

Zunächst den Pfannensatz ablöschen, anschließend reduzieren und zum Schluss kalte Butter einarbeiten.

Bei meinem Beitrag über das Chianina-Rind und die richtige Zubereitung eines Chianina-Steaks siehst du sehr schön, wie kräftige Röstaromen beim scharfen Anbraten entstehen.

Pfannensauce zu Wild

Zu Wild funktionieren Rotwein und Wildfond hervorragend.

Zusätzliche Aromen können beispielsweise liefern:

  • Wacholder,
  • Rosmarin,
  • Preiselbeeren,
  • Johannisbeeren,
  • Sauerkirschen.

Bei meinem Ossobuco vom Hirsch mit Sauerkirschsoße wird der beim Schmoren entstandene Fond ebenfalls konsequent weiterverwendet und anschließend zu einer kräftigen Sauce ausgebaut.

Pfannensauce zu Geflügel

Weißwein und Geflügelfond bilden eine sehr gute Grundlage.

Dazu passen unter anderem:

  • Thymian,
  • Estragon,
  • Senf,
  • Sahne,
  • Zitrone.

Pfannensauce zu Schweinefleisch

Bei Schweinefleisch funktionieren Weißwein, Brühe, Senf und Sahne besonders gut.

Auch Apfelsaft oder ein kleiner Schuss Apfelessig können je nach Gericht interessante Aromen bringen.

Pfannensauce zu Gemüse

Pfannensatz entsteht nicht nur bei Fleisch.

Auch Pilze, Zwiebeln oder kräftig angebratenes Gemüse können am Pfannenboden aromatische Röstaromen hinterlassen.

Mit Gemüsefond, Weißwein oder Wasser kannst du daraus ebenfalls eine schnelle Sauce herstellen.

Was kann zusätzlich in eine Pfannensauce?

Je nach Gericht lässt sich die Grundtechnik mit vielen weiteren Zutaten kombinieren:

  • Schalotten,
  • Zwiebeln,
  • Knoblauch,
  • Senf,
  • Tomatenmark,
  • Pilze,
  • Thymian,
  • Rosmarin,
  • Estragon,
  • Sahne,
  • Balsamico,
  • Fruchtsaft,
  • Fruchtgelee.

Wichtig ist nur, die Röstaromen nicht mit zu vielen zusätzlichen Zutaten vollständig zu überdecken.

Die häufigsten Fehler beim Pfannensatz

1. Die Pfanne sofort auswaschen

Damit landen die wertvollen Röstaromen direkt im Abfluss.

Bevor du die Pfanne spülst, solltest du deshalb immer kurz überlegen, ob sich aus dem Bratensatz noch eine Sauce machen lässt.

2. Den Pfannensatz verbrennen lassen

Braune Röstaromen sind erwünscht. Schwarze verbrannte Rückstände können eine Sauce bitter machen.

Die Temperatur während des Anbratens deshalb immer kontrollieren.

3. Zu viel Flüssigkeit verwenden

Wenn du eine sehr große Menge Flüssigkeit in die Pfanne gibst, musst du sie anschließend entsprechend lange reduzieren.

Für eine schnelle Pfannensauce ist es oft besser, zunächst mit einer kleineren Menge zu beginnen.

4. Zu früh stark salzen

Durch die Reduktion konzentriert sich der Salzgeschmack. Deshalb lieber zunächst zurückhaltend würzen und am Ende abschmecken.

5. Wein nicht ausreichend reduzieren

Direkt nach dem Ablöschen kann Wein noch sehr dominant wirken.

Einige Minuten Reduktion sorgen dafür, dass sich Wein und Röstaromen geschmacklich besser miteinander verbinden.

6. Butter bei zu hoher Hitze einrühren

Beim Montieren sollte die Sauce nicht mehr stark kochen.

Zu hohe Hitze kann dazu führen, dass sich die Butter wieder absetzt und die Sauce ihren seidigen Charakter verliert.

7. Zu viel Stärke verwenden

Eine Pfannensauce muss nicht extrem dick sein.

Reduktion und Butter reichen oft vollkommen aus, um eine angenehme Konsistenz zu erreichen.

Pfannensatz ist praktisch kostenlose Sauce

Genau das ist für mich einer der schönsten Aspekte dieser Technik.

Der wichtigste Geschmack ist nach dem Braten bereits vorhanden.

Du musst ihn nur noch vom Pfannenboden lösen und weiterverarbeiten.

Mit wenigen Minuten zusätzlicher Arbeit entsteht so eine Sauce, die automatisch perfekt zum Gericht passt, weil sie genau aus den Röstaromen des gebratenen Fleisches oder Gemüses aufgebaut wird.

Wer Pfannensatz richtig nutzen kann, braucht deshalb für viele Gerichte überhaupt keine fertige Sauce mehr.

Pfannensatz richtig nutzen – dunkle Sauce mit Butter montieren
Durch das Montieren mit kalter Butter wird die Sauce glänzend und erhält eine angenehm seidige Konsistenz.

Mein Fazit: Pfannensatz richtig nutzen

Pfannensatz richtig nutzen zu können gehört für mich zu den wichtigsten Grundlagen beim Kochen.

Wer einmal verstanden hat, wie Ablöschen, Reduzieren und Montieren funktionieren, kann aus wenigen vorhandenen Zutaten eine richtig gute Sauce herstellen.

Der Ablauf ist einfach: Fleisch oder Gemüse kräftig anbraten, den entstandenen Pfannensatz mit einer passenden Flüssigkeit lösen, reduzieren, abschmecken und zum Schluss bei Bedarf kalte Butter einarbeiten.

Ob du dafür Rotwein, Weißwein, Fond, Brühe oder einfach Wasser verwendest, hängt vom Gericht und deinem persönlichen Geschmack ab.

Das Entscheidende bleibt aber immer gleich:

Die Röstaromen am Pfannenboden sind kein Abfall – sie sind der Anfang einer guten Sauce.

Häufige Fragen zum Pfannensatz

Was ist Pfannensatz?

Pfannensatz oder Bratensatz sind die braunen, aromatischen Rückstände, die beim kräftigen Anbraten von Fleisch, Gemüse oder anderen Lebensmitteln am Pfannenboden entstehen.

Kann man Pfannensatz essen?

Ja, sofern der Pfannensatz braun geröstet und nicht verbrannt ist. Durch Ablöschen wird er vom Pfannenboden gelöst und kann zur Grundlage einer aromatischen Sauce werden.

Womit kann man Pfannensatz ablöschen?

Geeignet sind unter anderem Rotwein, Weißwein, Fond, Brühe und Wasser. Welche Flüssigkeit am besten passt, hängt vom jeweiligen Gericht und dem gewünschten Geschmack der Sauce ab.

Kann man Pfannensatz mit Wasser ablöschen?

Ja. Auch Wasser löst Röstaromen zuverlässig vom Pfannenboden. Die Sauce bekommt dadurch keine zusätzlichen Aromen aus Wein oder Fond, dafür bleibt der Geschmack des eigentlichen Pfannensatzes besonders deutlich erhalten.

Was bedeutet ablöschen?

Beim Ablöschen wird Flüssigkeit in die heiße Pfanne gegeben. Dadurch lösen sich die braunen Röstaromen vom Pfannenboden und verbinden sich mit der Flüssigkeit.

Was bedeutet Sauce reduzieren?

Reduzieren bedeutet, eine Flüssigkeit offen einzukochen. Dabei verdampft Wasser, wodurch Geschmack und Konsistenz konzentrierter werden.

Warum sollte man eine Sauce erst spät salzen?

Beim Reduzieren verdampft Wasser, das Salz bleibt jedoch in der Sauce. Dadurch kann eine zu früh stark gesalzene Sauce nach dem Einkochen schnell zu salzig werden.

Was bedeutet Butter montieren?

Beim Montieren werden kleine Stücke kalter Butter in eine warme, nicht mehr stark kochende Sauce eingerührt oder eingeschwenkt. Dadurch erhält die Sauce mehr Glanz, eine rundere Textur und etwas zusätzliche Bindung.

Warum darf eine Sauce nach dem Montieren nicht mehr stark kochen?

Zu starke Hitze kann die Emulsion wieder trennen. Dadurch kann sich Fett absetzen und die Sauce verliert ihre gleichmäßige, seidige Konsistenz.

Welche Pfanne eignet sich am besten für Pfannensatz?

Edelstahl- und Gusseisenpfannen eignen sich besonders gut, weil Lebensmittel beim Braten leicht am Boden anhaften können und dadurch kräftige Röstaromen entstehen.

Ist schwarzer Pfannensatz noch verwendbar?

Stark schwarze oder verbrannt riechende Rückstände sollten nicht für eine Sauce verwendet werden. Sie können einen unangenehm bitteren Geschmack verursachen.

Muss Pfannensauce mit Stärke gebunden werden?

Nein. Durch Reduktion, Gelatine aus einem guten Fond und das Montieren mit Butter bekommt eine Pfannensauce häufig bereits genügend Bindung.

Kann man Pfannensatz mit Wein und Fond gleichzeitig ablöschen?

Ja. Eine sehr gute Methode ist, zunächst mit Wein abzulöschen und diesen zu reduzieren. Anschließend wird Fond hinzugegeben und die Sauce erneut eingekocht. So verbinden sich die Frucht und Säure des Weins mit der Tiefe des Fonds.

Noch mehr Küchenwissen

Wenn du das Thema Saucen noch etwas grundlegender verstehen möchtest, empfehle ich dir meinen Beitrag Brühe, Fond, Jus & Sauce – was ist der Unterschied?.

Dort erfährst du, wie sich die verschiedenen Kochgrundlagen voneinander unterscheiden und warum ein guter Fond so hilfreich für eine kräftige Pfannensauce ist.

Wie Röstaromen bei einem hochwertigen Steak entstehen, zeige ich außerdem in meinem Küchenwissen über das Chianina-Rind.

Und ein praktisches Beispiel dafür, wie ein kräftiger Fond konsequent zu einer fertigen Sauce weiterverarbeitet wird, findest du bei meinem Ossobuco vom Hirsch mit Sauerkirschsoße.

Weitere Rezepte und Küchenwissen findest du auf Mein Rezept der Woche.

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