Was ist Blu Mugello?
Beim Namen Toskana und Käse denken viele zunächst an Pecorino. Das ist verständlich, denn Schafskäse besitzt in der Region eine lange Tradition und der Pecorino Toscano gehört zu den bekanntesten Käsen Italiens.
Die Toskana kann aber auch anders. Der Blu Mugello ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Es handelt sich um einen Blauschimmelkäse aus Kuhmilch. Im Inneren durchziehen die charakteristischen blaugrünen Adern den hellen Käseteig und sorgen nicht nur für die typische Optik, sondern prägen auch Aroma und Geschmack.
Gerade dieser Gegensatz macht ihn für mich als Käse des Monats interessant: Er ist eindeutig italienisch und toskanisch, entspricht aber nicht dem Käse, den man beim Stichwort Toskana automatisch erwartet.
Das Mugello – die grüne Toskana nördlich von Florenz
Die Heimat des Blu Mugello liegt im Mugello, einer Landschaft nördlich von Florenz. Wer bei der Toskana ausschließlich an trockene Hügel, Weinberge und Zypressenalleen denkt, lernt hier eine andere Seite der Region kennen.
Das Mugello ist grüner und stärker durch Berge, Wälder, Weiden und Landwirtschaft geprägt. Diese Bedingungen spielen auch für die Vieh- und Milchwirtschaft eine wichtige Rolle. Neben den berühmten Wein- und Olivenregionen besitzt die Toskana deshalb ebenfalls eine eigenständige Tradition der Verarbeitung von Kuhmilch.
Genau aus diesem Umfeld stammt der Blu Mugello. Sein Name stellt somit unmittelbar die Verbindung zu seiner Heimat her.
Die Fattoria Palagiaccio – Käsetradition aus dem Mugello
Hergestellt wird Blu Mugello von der Storica Fattoria Palagiaccio in Scarperia im Mugello. Der historische Landwirtschaftsbetrieb verbindet Viehhaltung und Milchverarbeitung und stellt verschiedene Käse aus Kuhmilch her.
Beim Blu Mugello kommt pasteurisierte Kuhvollmilch zum Einsatz. Damit unterscheidet er sich grundlegend von Pecorino, dessen Ausgangsprodukt Schafmilch ist.
Für unseren Blick auf die Toskana ist genau das interessant: Die kulinarische Identität der Region besteht nicht aus einem einzigen Produkt. Hinter den international bekannten Klassikern gibt es zahlreiche regionale Spezialitäten zu entdecken.
Blu Mugello: toskanischer Blauschimmelkäse aus Kuhmilch
Blu Mugello gehört zur Familie der Blauschimmelkäse. Charakteristisch sind die blaugrünen Schimmeladern, die sich durch den Käseteig ziehen.
Bei der Herstellung von Blauschimmelkäse kommen spezielle Edelschimmelkulturen zum Einsatz. Während der Reifung benötigt der Schimmel Sauerstoff. Deshalb wird der Käse typischerweise mit feinen Kanälen versehen. Über diese gelangt Luft in das Innere und die charakteristische Marmorierung kann entstehen.
Was zunächst nur spektakulär aussieht, hat einen entscheidenden Einfluss auf den Geschmack. Die Edelschimmelkulturen tragen wesentlich zu den würzigen und pikanten Aromen des fertigen Käses bei.
Herstellung und Reifung des Blu Mugello
Ausgangspunkt ist Kuhvollmilch. Nach der Käseherstellung beginnt die Reifephase, während der sich Konsistenz und Aroma zunehmend entwickeln.
Der Blu Mugello wird etwa 60 Tage gereift. In dieser Zeit entwickelt sich seine typische Kombination aus cremigem Käseteig und ausgeprägten Blauschimmeladern.
Die Reifung ist bei einem solchen Käse besonders wichtig. Ein junger Käseteig besitzt zunächst wesentlich mildere Milcharomen. Mit fortschreitender Reife verändern Enzyme und Mikroorganismen Fette und Eiweiße. Dadurch entstehen die komplexeren Aromen, die wir später als würzig, pikant und intensiv wahrnehmen.
Das Ergebnis ist ein Käse, der gleichzeitig cremige und kräftige Eigenschaften besitzt – eine Kombination, die Blu Mugello besonders interessant macht.
Wie schmeckt Blu Mugello?
Der Hersteller beschreibt Blu Mugello als cremig, intensiv und leicht pikant. Genau diese Kombination ist typisch für einen gut ausbalancierten Blauschimmelkäse.
Der cremige Käseteig bildet dabei den Gegenpol zu den kräftigeren Aromen der Blauschimmeladern. Dadurch entsteht ein Käse, der deutlich Charakter zeigt, ohne ausschließlich von Schärfe oder Salzigkeit bestimmt zu werden.
Wer bisher hauptsächlich sehr kräftige Blauschimmelkäse kennt, sollte sich von der sichtbaren Marmorierung deshalb nicht abschrecken lassen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Milch, Reife und Edelschimmel.
So lässt sich Blu Mugello genießen
Ein guter Käse braucht nicht viel. Ich würde Blu Mugello vor dem Servieren rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, damit er nicht eiskalt auf den Tisch kommt. Bei etwas höherer Temperatur können sich Aroma und cremige Konsistenz wesentlich besser entfalten.
Besonders schön finde ich eine rustikale Käseplatte mit frischem Brot, Walnüssen und etwas Honig. Auch Feigen, Trauben oder Birne passen sehr gut dazu.
Die Süße von Honig oder reifen Früchten bildet einen spannenden Kontrast zum würzigen Blauschimmel. Walnüsse greifen dagegen die nussigen und herzhaften Eindrücke auf.
Blu Mugello lässt sich aber nicht nur auf einer Käseplatte servieren. In der warmen Küche kann er beispielsweise zum Verfeinern von Pasta, Risotto oder Saucen verwendet werden. Schon eine kleine Menge reicht häufig aus, um einem Gericht eine intensive, cremige Käsenote zu geben.
Wo kann man Blu Mugello kaufen?
Wer den Blu Mugello selbst probieren möchte, findet ihn im Onlineshop der Storica Fattoria Palagiaccio. Dort wird der Käse direkt vom Hersteller aus dem Mugello angeboten.
Blu Mugello im Onlineshop der Fattoria Palagiaccio entdecken →
Neben dem Blu Mugello findet ihr dort auch weitere Käsespezialitäten aus dem Mugello und verschiedene Käsepakete der Fattoria.
Welcher Wein passt zum Blu Mugello?
Bei Blauschimmelkäse sind süße oder restsüße Weine klassische Begleiter. Der Kontrast zwischen der Süße des Weins und den salzig-würzigen Aromen des Käses kann hervorragend funktionieren. Auch Vin Santo oder Passito sind deshalb spannende Partner.
Unsere aktuelle Toskana-Serie gibt uns aber noch eine andere Möglichkeit: den Poggio Lauro Sir Passo Toscana Rosato 2025.
Der Rosato aus Sangiovese und Merlot bringt rote Frucht und Frische mit. Zusammen mit Blu Mugello würde ich ihn vor allem dann einsetzen, wenn der Käse mit Brot, frischen Früchten und etwas Honig serviert wird. Die Fruchtigkeit des Rosés kann dabei einen schönen Gegenpol zur Würze des Käses bilden.
Wer dagegen den kräftigsten klassischen Kontrast sucht, sollte Blu Mugello zusätzlich einmal mit einem süßen Dessertwein probieren. Gerade das macht Käse und Wein so spannend: Es gibt nicht nur eine richtige Kombination.
Blu Mugello und Chianina – Toskana auf dem Teller
Mit dem Blu Mugello schließt sich für uns im September ein kleiner kulinarischer Kreis. Denn inzwischen haben wir drei sehr unterschiedliche Spezialitäten aus der Toskana auf Mein Rezept der Woche.
Da ist zunächst das Chianina-Rind, eine der traditionsreichsten Rinderrassen Italiens. Dazu kommt unser Poggio Lauro Sir Passo Toscana Rosato als Wein des Monats und nun der Blu Mugello als Käse des Monats.
Chianina, toskanischer Wein und Blu Mugello könnten auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein. Gemeinsam erzählen sie aber viel über die Küche ihrer Heimat: hochwertige Grundprodukte, regionale Traditionen und eine Küche, die das Produkt in den Mittelpunkt stellt.
Genau das fasziniert mich an der Toskana. Man kann sich der Region über ein Stück Fleisch, ein Glas Wein oder einen Käse nähern und entdeckt jedes Mal eine andere Facette derselben kulinarischen Landschaft.
Ein kleiner toskanischer Abend zu Hause
Aus unseren drei September-Themen lässt sich sogar ein kleiner Toskana-Abend zusammenstellen. Als Einstieg kommen Brot, Oliven und einige Stücke Blu Mugello auf den Tisch. Dazu etwas Honig, Walnüsse und Feigen oder Trauben.
Zum Hauptgericht bietet sich ein Gericht mit Chianina-Rind an. Und dazu oder bereits zum Aperitif kann der Sir Passo Toscana Rosato ins Glas kommen.
Damit braucht es keine komplizierte Menüfolge. Gute Zutaten, Brot, Käse, Fleisch und Wein reichen vollkommen aus, um zumindest kulinarisch für einen Abend in Richtung Toskana zu reisen.
Mein Fazit: Blu Mugello als Käse des Monats September
Der Blu Mugello zeigt, dass Käse aus der Toskana weit mehr bedeutet als Pecorino. Kuhmilch, Blauschimmel und eine etwa zweimonatige Reifung ergeben einen Käse mit cremigem Teig, charakteristischer Marmorierung und würzig-pikantem Aroma.
Besonders interessant finde ich seine Vielseitigkeit. Pur mit etwas Brot macht er ebenso eine gute Figur wie mit Honig, Walnüssen und Früchten. Gleichzeitig kann er Pasta, Risotto und Saucen eine intensive Käsenote verleihen.
Und für unsere September-Serie könnte er kaum besser passen: Chianina-Rind, Sir Passo Toscana Rosato und Blu Mugello bringen drei völlig unterschiedliche Seiten der Toskana zusammen.
Damit ist der Blu Mugello mein Käse des Monats September – und vielleicht auch ein kleiner Anstoß, bei toskanischem Käse einmal über den berühmten Pecorino hinauszuschauen.
