Banon Käse ist eine französische Käsespezialität aus der Provence. Besonders auffällig ist seine Verpackung: Der kleine Ziegenkäse wird während seiner Reifung vollständig in braune Kastanienblätter eingewickelt und mit natürlichem Bast verschnürt.
Der geschützte Banon AOP wird aus roher Ziegenvollmilch hergestellt. Die Kastanienblätter dienen dabei nicht nur der charakteristischen Präsentation des Käses, sondern beeinflussen während der Reifung auch sein Aroma.
Was ist Banon Käse?
Banon ist ein französischer Weichkäse aus Ziegenmilch. Seinen Namen verdankt er der Gemeinde Banon im Département Alpes-de-Haute-Provence im Südosten Frankreichs.
Die Heimat des Banon liegt in einer mediterranen Landschaft, die von Lavendel, Thymian, Rosmarin und Garrigue geprägt ist. Die traditionelle Ziegenhaltung und die Vegetation dieser Region gehören eng zur Geschichte des Käses.
Seit 2003 besitzt Banon eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Heute ist der Käse als Banon AOP geschützt.
Aus welcher Milch wird Banon hergestellt?
Der geschützte Banon AOP wird ausschließlich aus roher und unbehandelter Vollmilch von Ziegen hergestellt.
Damit unterscheidet er sich von manchen allgemeinen oder historischen Beschreibungen des Banon, in denen auch andere Milcharten erwähnt werden. Für den heute geschützten Banon AOP legt die Produktspezifikation jedoch eindeutig Ziegenmilch fest.
Warum wird Banon in Kastanienblätter gewickelt?
Das auffälligste Merkmal des Banon sind seine braunen Kastanienblätter. Nach einer ersten Reifephase wird der Käse vollständig mit natürlichen Kastanienblättern umhüllt und anschließend mit natürlichem Bast verschnürt.
Die Blätter sind mehr als eine dekorative Verpackung. Während der weiteren Reifung findet ein Austausch zwischen Kastanienblatt und Käse statt. Nach Angaben des französischen INAO tragen insbesondere die Gerbstoffe der Kastanienblätter zur Entwicklung der charakteristischen Aromen des Banon bei.
Wie wird Banon Käse hergestellt?
Die Herstellung des Banon folgt genau festgelegten Regeln. Ausgangspunkt ist rohe Ziegenvollmilch.
Die Milch wird mit Lab zum Gerinnen gebracht. Anschließend wird der Käse geformt, entwässert und gesalzen.
Die Reifung erfolgt in mehreren Phasen. Zunächst reift der noch unverpackte Käse. Danach wird er in die charakteristischen braunen Kastanienblätter eingewickelt und mit Bast verschnürt.
Die gesamte Reifezeit beträgt mindestens 15 Tage. Davon verbringt der Banon mindestens 10 Tage unter den Kastanienblättern.
Wie schmeckt Banon?
Banon besitzt eine weiche, cremige und geschmeidige Käsemasse. Unter den Kastanienblättern entwickelt sich eine cremefarbene bis goldgelbe Oberfläche.
Sein Aroma wird mit zunehmender Reife intensiver. Neben dem typischen Geschmack von Ziegenkäse können sich durch die Reifung unter den Kastanienblättern würzige, erdige und an Wald erinnernde Aromen entwickeln.
Gerade diese Verbindung aus Ziegenmilch und der Reifung in Kastanienblättern macht Banon zu einer außergewöhnlichen französischen Käsespezialität.
Woher kommt Banon Käse?
Der Käse stammt aus der Haute-Provence. Namensgeber ist das Dorf Banon im Département Alpes-de-Haute-Provence.
Die geschützte Produktionsregion umfasst ein klar abgegrenztes Gebiet mit zahlreichen Gemeinden in den mediterranen Mittelgebirgsregionen der Provence.
Die dort gehaltenen Ziegen nutzen unter anderem Weiden und natürliche Vegetationsflächen der Region. Die Landschaft mit ihrer Garrigue und typischen Kräutern gehört damit unmittelbar zum Terroir des Banon.
Was bedeutet AOP bei Banon?
AOP steht für Appellation d’Origine Protégée und entspricht der deutschen Bezeichnung „geschützte Ursprungsbezeichnung“.
Die Bezeichnung schützt Lebensmittel, deren Herstellung eng mit einem bestimmten geografischen Gebiet und traditionellen Herstellungsverfahren verbunden ist.
Beim Banon sind unter anderem Herkunft, verwendete Milch, Herstellung und Reifung genau geregelt.
Wie groß ist ein Banon?
Banon ist ein vergleichsweise kleiner Käse. Seine kompakte Form und die vollständig um den Käse gelegten Kastanienblätter machen ihn leicht erkennbar.
Typisch ist die Bindung mit mehreren natürlichen Baststreifen, die das Blattpaket während der Reifung und beim Verkauf zusammenhalten.
Wie isst man Banon Käse?
Banon kann sehr gut pur gegessen werden. Besonders bei einem reiferen Käse lohnt es sich, ihn einige Zeit vor dem Servieren aus dem Kühlschrank zu nehmen, damit sich Konsistenz und Aroma besser entfalten können.
Er passt auf eine französische Käseplatte und lässt sich beispielsweise mit frischem Brot, Nüssen oder Feigen kombinieren. Das französische INAO empfiehlt unter anderem Feigenkonfitüre als Begleitung.
Kann man die Kastanienblätter mitessen?
Die Kastanienblätter gehören zur Reifung und zur traditionellen Verpackung des Banon. Vor dem Essen wird der Bast gelöst und der Käse aus den Blättern ausgepackt.
Die Blätter selbst sind also nicht der eigentliche Bestandteil, den man zusammen mit dem Käse verzehrt.
Banon und andere französische Weichkäse
Banon unterscheidet sich vor allem durch seine Kombination aus Ziegenmilch und der Reifung in Kastanienblättern von vielen anderen französischen Weichkäsen.
Während bei vielen Sorten vor allem die Rinde oder eine bestimmte Schimmelkultur die Reifung prägt, ist beim Banon die traditionelle Umhüllung mit Kastanienblättern eines der charakteristischen Merkmale.
Banon im Vergleich zu italienischen Käsesorten
Wenn du dich für traditionelle Käsespezialitäten interessierst, findest du auf meinem Blog inzwischen auch zahlreiche italienische Sorten.
Der Pecorino wird aus Schafmilch hergestellt, während Caciocavallo und Scamorza zur Gruppe der Pasta-Filata-Käse gehören.
Eine ganz andere Konsistenz besitzt die cremige Burrata.
Häufige Fragen zu Banon Käse
Ist Banon ein Ziegenkäse?
Ja. Der geschützte Banon AOP wird aus roher und unbehandelter Ziegenvollmilch hergestellt.
Woher kommt Banon?
Banon stammt aus der Haute-Provence in Frankreich. Namensgeber ist die Gemeinde Banon im Département Alpes-de-Haute-Provence.
Warum ist Banon in Blätter eingewickelt?
Banon wird während seiner Reifung vollständig in braune Kastanienblätter eingewickelt. Die Blätter schützen den Käse und tragen zur Entwicklung seiner charakteristischen Aromen bei.
Wie lange reift Banon?
Der Banon AOP muss insgesamt mindestens 15 Tage reifen. Mindestens 10 Tage davon verbringt der Käse eingewickelt in Kastanienblättern.
Ist Banon ein Rohmilchkäse?
Ja. Banon AOP wird aus roher Ziegenvollmilch hergestellt.
Wie schmeckt Banon?
Banon besitzt eine cremige und weiche Konsistenz. Sein Aroma wird mit zunehmender Reife intensiver und erhält durch die Kastanienblätter zusätzliche charakteristische Noten.
Weitere Informationen über Käse
Wenn du mehr über unterschiedliche Käsearten, Herstellung, Reifung und wichtige Fachbegriffe erfahren möchtest, findest du eine Übersicht in meinem Käse Lexikon.
Fazit
Banon Käse gehört zu den außergewöhnlichen Käsespezialitäten der Provence. Der kleine französische Weichkäse wird aus roher Ziegenvollmilch hergestellt und während seiner Reifung in braune Kastanienblätter eingewickelt.
Gerade diese traditionelle Reifung verleiht dem Banon sein charakteristisches Aussehen und trägt zu seinem besonderen Aroma bei. Für Liebhaber französischer Ziegenkäse ist der Banon deshalb eine spannende Spezialität.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Angaben zu Herkunft, Milch, Herstellung und Reifung des Banon AOP basieren auf den offiziellen Informationen und der Produktspezifikation des französischen Institut national de l’origine et de la qualité (INAO). Weitere Informationen findest du auf der offiziellen INAO-Seite zum Banon AOP.
