Kürbissorten im Überblick zu kennen lohnt sich spätestens dann, wenn im Spätsommer und Herbst plötzlich Hokkaido, Butternut, Muskatkürbis, Spaghettikürbis und viele weitere Sorten in den Gemüseabteilungen liegen.
Denn Kürbis ist nicht gleich Kürbis. Manche Sorten schmecken nussig und kräftig, andere eher mild oder leicht süßlich. Einige können mitsamt der Schale verarbeitet werden, während andere besser geschält werden. Und nicht jeder Kürbis eignet sich gleichermaßen für Suppe, Ofengemüse, Püree oder Pasta.
In dieser Übersicht zeige ich dir die wichtigsten Speisekürbisse, ihren Geschmack und ihre besten Einsatzmöglichkeiten. Außerdem erfährst du, wie du einen reifen Kürbis erkennst, welche Sorten geschält werden müssen, wie Kürbis richtig gelagert wird und warum bitter schmeckender Kürbis nicht gegessen werden sollte.
Wann ist Kürbis-Saison?
Die klassische Kürbiszeit beginnt bei uns im Spätsommer. Viele heimische Sorten werden ab August oder September geerntet.
Der Höhepunkt liegt im Herbst – genau dann, wenn Kürbissuppen, Ofengerichte und Schmorgerichte wieder besonders gut passen.
Gut lagerfähige Winterkürbisse können bei geeigneten Bedingungen allerdings deutlich länger aufbewahrt werden. Deshalb sind einige Sorten auch noch während der Wintermonate erhältlich.
Kürbissorten im Überblick
Zu den bekanntesten Speisekürbissen gehören:
- Hokkaido
- Butternut
- Muskatkürbis
- Spaghettikürbis
- Delicata
- Eichelkürbis beziehungsweise Acorn Squash
- Patisson
Sie unterscheiden sich nicht nur in Form und Farbe, sondern auch deutlich in Geschmack, Konsistenz und Verarbeitung.
Hokkaido – der unkomplizierte Allrounder
Der Hokkaido-Kürbis gehört wahrscheinlich zu den bekanntesten Kürbissorten überhaupt.
Seine kräftig orange bis rötliche Schale und das orangefarbene Fruchtfleisch machen ihn leicht erkennbar.
Wie schmeckt Hokkaido?
Hokkaido besitzt einen kräftigen, leicht nussigen und etwas süßlichen Geschmack. Das Fruchtfleisch wird beim Garen weich und cremig.
Muss Hokkaido geschält werden?
In der Regel nicht. Die Schale wird beim Garen weich und kann mitgegessen werden.
Das macht Hokkaido besonders praktisch für die schnelle Küche.
Wofür eignet sich Hokkaido?
- Kürbissuppe
- Ofengemüse
- Kürbispüree
- Curry
- Risotto
- Pasta-Saucen
- gefüllter Kürbis
Wie vielseitig Hokkaido auch in einem vollständigen Hauptgericht funktioniert, siehst du bei meiner Hokkaido-Pasta mit Perlhuhn. Dort wird der Kürbis zu einer cremigen Pasta kombiniert und zeigt eine ganz andere Seite als in der klassischen Kürbissuppe.
Mein Tipp: Wenn du nur einen Kürbis kaufen möchtest und noch nicht genau weißt, was du damit kochst, ist Hokkaido meistens eine sehr gute Wahl.
Butternut – mild, cremig und leicht süßlich
Der Butternut-Kürbis besitzt seine typische birnenartige Form und eine helle beige Schale.
Sein Kerngehäuse befindet sich hauptsächlich im unteren, dickeren Teil. Dadurch liefert der lange obere Bereich besonders viel Fruchtfleisch.
Wie schmeckt Butternut?
Butternut ist mild, leicht süßlich und besitzt eine angenehm buttrig-nussige Note.
Sein Fruchtfleisch wird beim Garen sehr weich und cremig.
Muss Butternut geschält werden?
Die Schale ist grundsätzlich essbar, bleibt je nach Zubereitungsart aber vergleichsweise fest.
Für Suppen, Püree und besonders feine Gerichte schäle ich ihn deshalb meistens.
Wofür eignet sich Butternut?
- Suppen
- Püree
- Ofengerichte
- Risotto
- Curry
- gefüllter Kürbis
- Pasta
Muskatkürbis – kräftig und aromatisch
Muskatkürbisse können beeindruckend groß werden und werden deshalb im Handel häufig bereits in Teilstücken angeboten.
Die Schale kann je nach Reifegrad grünlich, beige bis bräunlich erscheinen. Das Fruchtfleisch ist intensiv orange.
Wie schmeckt Muskatkürbis?
Er besitzt ein kräftiges, leicht süßliches und würziges Aroma. Je nach Sorte erinnert der Geschmack tatsächlich etwas an Muskat.
Muss Muskatkürbis geschält werden?
Ja, für die meisten Gerichte würde ich die relativ feste Schale entfernen.
Wofür eignet sich Muskatkürbis?
- Kürbissuppe
- Chutney
- Püree
- Ofengerichte
- Curry
- Schmorgerichte
Durch sein kräftiges Aroma eignet er sich besonders gut für Gerichte, bei denen der Kürbis geschmacklich im Vordergrund stehen darf.
Spaghettikürbis – Kürbis mit besonderer Struktur
Der Spaghettikürbis unterscheidet sich deutlich von Hokkaido und Butternut.
Nach dem Garen lässt sich sein Fruchtfleisch mit einer Gabel in lange, faserartige Stränge lösen, die optisch an Spaghetti erinnern.
Wie schmeckt Spaghettikürbis?
Der Geschmack ist eher mild und zurückhaltend.
Gerade deshalb lässt er sich sehr gut mit kräftigen Saucen, Käse und Gewürzen kombinieren.
Wie wird Spaghettikürbis zubereitet?
Der Kürbis wird meistens halbiert, entkernt und anschließend im Backofen gegart.
Nach dem Garen kannst du das Fruchtfleisch mit einer Gabel aus der Schale lösen.
Wofür eignet sich Spaghettikürbis?
- als Gemüsebeilage
- mit Tomatensauce
- mit Parmesan
- mit Hackfleischsauce
- für Aufläufe
- gefüllt und überbacken
Delicata – klein, süßlich und unkompliziert
Delicata-Kürbisse sind deutlich kleiner als viele andere Winterkürbisse und besitzen häufig eine längliche Form mit hellen und grünlichen beziehungsweise orangefarbenen Streifen.
Wie schmeckt Delicata?
Delicata schmeckt leicht süßlich und nussig. Das Fruchtfleisch erinnert geschmacklich teilweise etwas an Süßkartoffel.
Muss Delicata geschält werden?
Nein. Die dünne Schale kann normalerweise mitgegessen werden.
Wofür eignet sich Delicata?
Besonders gut finde ich ihn in Scheiben oder Spalten aus dem Backofen.
- Ofengemüse
- Salate
- Bowls
- als Beilage
- gefüllt
Eichelkürbis – Acorn Squash
Der Eichelkürbis trägt seinen Namen wegen seiner typischen Form. International wird er häufig als Acorn Squash bezeichnet.
Die Schale ist meist dunkelgrün, teilweise mit orangefarbenen Bereichen.
Wie schmeckt Eichelkürbis?
Das Fruchtfleisch ist mild, leicht süßlich und nussig.
Wofür eignet er sich?
Durch seine Form eignet sich der Eichelkürbis besonders gut zum Halbieren und Füllen.
Sehr gut passen beispielsweise:
- Hackfleisch
- Linsen
- Couscous
- Reis
- Käse
- Pilze
Patisson – der ungewöhnliche Kürbis
Patisson fällt durch seine flache, leicht gezackte Form sofort auf. Manchmal wird er deshalb auch UFO-Kürbis genannt.
Es gibt weiße, gelbe und grünliche Varianten.
Wie schmeckt Patisson?
Junge Patissons schmecken mild und erinnern in ihrer Verwendung teilweise an Zucchini.
Wie verwendet man Patisson?
Kleine junge Exemplare können je nach Beschaffenheit mitsamt der Schale verarbeitet werden.
- gefüllt
- gebraten
- gegrillt
- im Ofen
- eingelegt
Welche Kürbisse muss man schälen?
Eine der häufigsten Fragen in der Kürbiszeit lautet: Muss ich den Kürbis schälen?
Als grobe Orientierung:
| Kürbissorte | Schale | Empfehlung |
|---|---|---|
| Hokkaido | essbar | meist nicht schälen |
| Butternut | essbar, aber fester | für feine Gerichte besser schälen |
| Muskatkürbis | relativ fest | schälen |
| Spaghettikürbis | wird normalerweise nicht mitgegessen | Fruchtfleisch nach dem Garen auslösen |
| Delicata | dünn und essbar | nicht notwendig |
| Eichelkürbis | relativ fest | meist Fruchtfleisch aus der Schale essen |
| junger Patisson | oft zart | häufig nicht notwendig |
Grundsätzlich hängt es aber auch von Größe, Reife und Zubereitungsart ab.
Wie erkennt man einen reifen Kürbis?
Bei vielen Winterkürbissen gibt es mehrere Hinweise auf die Reife.
Die Schale sollte:
- fest und unbeschädigt sein,
- keine weichen oder fauligen Stellen besitzen,
- für die jeweilige Sorte typisch ausgefärbt sein.
Auch der Stiel ist wichtig. Ein trockener, fester Stiel ist meist ein besseres Zeichen als ein weicher oder feuchter Ansatz.
Der Klopftest
Bei vielen reifen Winterkürbissen klingt das Klopfen auf die Schale eher hohl.
Der Klopftest allein ist allerdings kein perfektes Kriterium. Deshalb immer zusätzlich Schale und Stiel prüfen.
Kürbis sicher schneiden
Gerade große Winterkürbisse können ziemlich hart sein.
Benutze deshalb ein großes, scharfes Kochmesser und eine stabile, rutschfeste Unterlage.
Bei länglichen Kürbissen wie Butternut kannst du zunächst Ober- und Unterseite gerade abschneiden. Dadurch liegt der Kürbis stabiler.
Anschließend halbieren und die Kerne mit einem stabilen Löffel herauskratzen.
Ein stumpfes Messer ist bei hartem Kürbis eher gefährlicher als ein scharfes, weil wesentlich mehr Kraft erforderlich ist.
Kann man Kürbiskerne verwenden?
Ja. Die Kerne vieler Speisekürbisse müssen nicht im Müll landen.
Entferne zunächst möglichst viele Fasern und Fruchtfleischreste.
Danach die Kerne waschen, gut trocknen und beispielsweise mit etwas Öl und Salz im Ofen rösten.
Je nach Sorte besitzen die Kerne allerdings eine unterschiedlich feste Schale. Bei manchen Kürbissen sind geröstete Kerne deshalb angenehmer zu essen als bei anderen.
Kürbis richtig lagern
Unangeschnittene, gut ausgereifte Winterkürbisse lassen sich häufig längere Zeit lagern.
Ideal ist ein:
- trockener,
- luftiger,
- eher kühler,
- aber frostfreier Ort.
Die Kürbisse sollten möglichst nicht dauerhaft feucht liegen.
Angeschnittenen Kürbis aufbewahren
Ein angeschnittener Kürbis gehört in den Kühlschrank.
Die Schnittfläche abdecken beziehungsweise den Kürbis in einen geeigneten Behälter geben und innerhalb weniger Tage verbrauchen.
Kann man Kürbis einfrieren?
Ja. Kürbis lässt sich beispielsweise als Würfel, gegartes Fruchtfleisch oder fertiges Kürbispüree einfrieren.
Gerade Püree lässt sich später sehr praktisch für Suppen, Saucen oder Backrezepte verwenden.
Wichtig: Bitter schmeckenden Kürbis nicht essen
Bei Kürbisgewächsen können sogenannte Cucurbitacine vorkommen. Diese Bitterstoffe sind in modernen Speisekürbissen normalerweise weitgehend herausgezüchtet.
Ein deutlich bitterer Geschmack ist deshalb ein Warnsignal.
Schmeckt Kürbis ungewöhnlich oder stark bitter, solltest du ihn nicht weiteressen.
Kochen oder Braten macht diese Bitterstoffe nicht zuverlässig unschädlich.
Besondere Vorsicht gilt bei selbst gewonnenem Saatgut und bei einer möglichen Kreuzung von Speise- und Zierkürbissen.
Zierkürbis oder Speisekürbis?
Zierkürbisse sind – wie der Name sagt – in erster Linie zur Dekoration gedacht.
Sie sollten nicht einfach wie Speisekürbisse verarbeitet werden.
Wer Kürbisse zum Kochen kauft, sollte deshalb ausdrücklich auf als Speisekürbis angebotene Sorten zurückgreifen.
Welcher Kürbis eignet sich wofür?
| Gericht | Besonders passende Kürbisse |
|---|---|
| Suppe | Hokkaido, Butternut, Muskatkürbis |
| Ofengemüse | Hokkaido, Butternut, Delicata |
| Püree | Butternut, Hokkaido, Muskatkürbis |
| gefüllter Kürbis | Eichelkürbis, Butternut, Hokkaido |
| Curry | Hokkaido, Butternut, Muskatkürbis |
| Risotto | Hokkaido, Butternut |
| Alternative zu Pasta | Spaghettikürbis |
| Salat / Bowl | Delicata, Hokkaido, Butternut |
Kürbis herzhaft und süß – passende Rezeptideen
Kürbis gehört für mich gerade deshalb zu den spannendsten Herbstzutaten, weil er sowohl in herzhaften als auch in süßen Gerichten funktioniert.
Wenn du Hokkaido einmal nicht als Suppe oder Ofengemüse verwenden möchtest, probiere meine Hokkaido-Pasta mit Perlhuhn. Die cremige Kürbissauce passt hervorragend zur Pasta und zum gebratenen Geflügel.
Auch zu Fleisch funktioniert Kürbis sehr gut. Bei meinen Schweinemedaillons mit Kürbis-Walnuss-Gemüse wird die leichte Süße des Kürbisses mit Walnüssen und herzhaftem Schweinefleisch kombiniert.
Und Kürbis kann natürlich auch süß: Mein Kürbiskuchen mit Pflaumenkompott zeigt, wie gut Kürbis in Kuchen funktioniert und wie schön er sich mit herbstlichen Früchten kombinieren lässt.
Mein Fazit
Die große Auswahl an Kürbissen wirkt auf den ersten Blick komplizierter, als sie eigentlich ist.
Für den Einstieg sind Hokkaido und Butternut besonders unkompliziert und vielseitig. Hokkaido punktet zusätzlich damit, dass die Schale bei den meisten Gerichten mitgegessen werden kann.
Muskatkürbis ist eine gute Wahl, wenn du ein kräftigeres Kürbisaroma möchtest, während Spaghettikürbis vor allem durch seine ungewöhnliche faserige Struktur interessant ist.
Delicata und Eichelkürbis bringen wiederum Abwechslung in Ofengerichte und gefüllte Kürbisrezepte.
Wer die wichtigsten Kürbissorten im Überblick kennt, kann im Herbst gezielt den Kürbis auswählen, der wirklich zum geplanten Gericht passt.
Häufige Fragen zu Kürbis
Welcher Kürbis ist am vielseitigsten?
Hokkaido und Butternut gehören zu den vielseitigsten Kürbissorten. Beide eignen sich für Suppen, Ofengerichte, Currys und Püree.
Welchen Kürbis muss man nicht schälen?
Hokkaido und Delicata können bei vielen Zubereitungsarten mitsamt ihrer Schale gegessen werden. Auch junge Patissons besitzen häufig eine zarte Schale.
Welcher Kürbis eignet sich am besten für Suppe?
Hokkaido, Butternut und Muskatkürbis sind besonders gut für Kürbissuppen geeignet. Hokkaido schmeckt kräftig und nussig, während Butternut milder und etwas süßlicher ist.
Welcher Kürbis eignet sich für den Backofen?
Hokkaido, Butternut und Delicata eignen sich hervorragend als Ofengemüse. Sie lassen sich in Spalten oder Würfel schneiden und mit Öl und Gewürzen rösten.
Kann man Kürbisschale essen?
Das hängt von der Sorte ab. Beim Hokkaido und Delicata wird die Schale beim Garen normalerweise weich. Bei Muskatkürbis oder sehr reifem Butternut ist Schälen für viele Gerichte angenehmer.
Kann man Kürbis roh essen?
Einige Speisekürbisse können in kleinen Mengen auch roh verwendet werden. Geschmack und Verträglichkeit unterscheiden sich jedoch je nach Sorte. Wichtig ist immer, ausschließlich eindeutig essbare Speisekürbisse zu verwenden.
Warum schmeckt Kürbis manchmal bitter?
Ein ungewöhnlich bitterer Geschmack kann auf Cucurbitacine hinweisen. Einen deutlich bitter schmeckenden Kürbis sollte man deshalb nicht weiteressen.
Wie lange hält sich Kürbis?
Unangeschnittene, ausgereifte Winterkürbisse können je nach Sorte und Lagerbedingungen mehrere Wochen oder länger haltbar sein. Angeschnittene Kürbisse gehören dagegen in den Kühlschrank und sollten zeitnah verbraucht werden.
Kann man Kürbis einfrieren?
Ja. Kürbis lässt sich als Würfel, gegartes Fruchtfleisch oder Kürbispüree einfrieren.
