Kürbisrisotto mit Garnele ist für mich eine besonders schöne Art, die Kürbiszeit etwas feiner auf den Teller zu bringen. Cremiges Risotto, leicht süßlicher Hokkaido, gebratene Garnelen, knusprige Parmesanhippen und ein frisches Kräuterpesto ergeben zusammen ein herbstliches Gericht, das sich hervorragend als Vorspeise eignet.
Entscheidend ist dabei vor allem die Konsistenz: Ein gutes Risotto sollte nicht trocken oder kompakt sein, sondern cremig und leicht fließend auf dem Teller liegen. Der Parmesan sorgt für Würze, der Kürbis bringt Süße und Farbe, während Garnele und Kräuterpesto einen schönen Kontrast setzen.
Für dieses Rezept verwende ich Hokkaido. Seine leicht nussige Note passt hervorragend zum Parmesan und die Schale kann mitverarbeitet werden. Welche Kürbissorten sich sonst für Suppe, Ofen, Püree oder Risotto eignen, findest du in meinem Küchenwissen Kürbissorten im Überblick – welcher Kürbis eignet sich wofür?.
Zutaten für Kürbisrisotto mit Garnele
Für 4 Vorspeisenportionen oder 2 Hauptgerichte
Für das Kürbisrisotto
- 200 g Risottoreis, am besten Carnaroli oder Arborio
- 250 g Hokkaido-Kürbis
- 1 Schalotte
- 1 EL Olivenöl
- 30 g Butter
- 100 ml trockener Weißwein
- ca. 700 ml Gemüsefond oder Gemüsebrühe
- 50 g Parmesan, frisch gerieben
- Salz
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 1 kleine Prise Muskat
Für die gebratenen Garnelen
- 8 große rohe Garnelen, geschält und entdarmt
- 1 EL Olivenöl
- 1 kleine Knoblauchzehe
- 1 TL Zitronensaft
- Salz
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 1 EL fein gehackte Petersilie
Für die Parmesanhippen
- 60 g Parmesan, fein gerieben
Für das Kräuterpesto
- 25 g glatte Petersilie
- 15 g Basilikum
- 20 g Pinienkerne
- 25 g Parmesan
- ca. 70 ml gutes Olivenöl
- 1 TL Zitronensaft
- Salz
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Welcher Kürbis eignet sich für Risotto?
Für dieses Risotto verwende ich Hokkaido-Kürbis. Er schmeckt leicht nussig, besitzt eine schöne orange Farbe und wird beim Garen weich und cremig.
Ein weiterer Vorteil: Die Schale kann beim Hokkaido mitgegessen werden. Dadurch spart man sich das Schälen und erhält gleichzeitig noch etwas mehr Farbe im Gericht.
Alternativ funktioniert auch Butternut sehr gut. Er ist etwas milder und leicht süßlich. Für ein besonders kräftiges Kürbisaroma wäre auch Muskatkürbis eine interessante Variante.
Mehr über die Unterschiede findest du in meiner ausführlichen Übersicht der wichtigsten Kürbissorten.
Knusprige Parmesanhippen vorbereiten
Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den fein geriebenen Parmesan in kleinen länglichen oder runden Portionen darauf verteilen und jeweils dünn ausstreichen.
Die Parmesanhippen etwa 5–7 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen ist und eine goldgelbe Farbe angenommen hat.
Anschließend aus dem Ofen nehmen und vollständig auskühlen lassen. Erst beim Abkühlen werden die Hippen richtig knusprig.
Sie sorgen später nicht nur für Geschmack, sondern auch für den wichtigen knusprigen Kontrast zum cremigen Risotto.
Frisches Kräuterpesto zubereiten
Petersilie und Basilikum waschen und gründlich trocken tupfen.
Die Kräuter zusammen mit Pinienkernen, Parmesan und Zitronensaft in einen Mixer beziehungsweise einen hohen Becher geben.
Nach und nach Olivenöl dazugeben und alles zu einem nicht zu feinen Pesto verarbeiten.
Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
Das Pesto darf bei diesem Gericht ruhig etwas kräftiger schmecken. Es wird später nur sparsam über das Risotto gegeben und bringt dadurch Frische und Kräuteraromen auf den Teller.
Kürbisrisotto mit Garnele richtig cremig zubereiten
Den Hokkaido waschen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Die Würfel sollten ungefähr 5–8 mm groß sein, damit sie während der Garzeit des Risottos weich werden.
Die Schalotte sehr fein würfeln.
Den Gemüsefond in einem separaten Topf erhitzen und während der gesamten Zubereitung warm halten.
Falls du wissen möchtest, warum Fond und Brühe geschmacklich nicht dasselbe sind, findest du dazu mein Küchenwissen Brühe, Fond, Jus & Sauce – was ist der Unterschied?.
Olivenöl und etwa 10 g Butter in einem breiten Topf erhitzen.
Die Schalotte darin bei mittlerer Temperatur glasig anschwitzen. Sie sollte weich werden, aber möglichst keine kräftige Farbe bekommen.
Den Risottoreis dazugeben und etwa 1–2 Minuten unter Rühren anschwitzen, bis die Körner leicht glasig wirken.
Nun mit dem Weißwein ablöschen.
Den Wein fast vollständig einkochen lassen.
Anschließend eine Kelle heißen Fond dazugeben und unter regelmäßigem Rühren einkochen lassen.
Immer erst dann weitere Flüssigkeit dazugeben, wenn der Reis den größten Teil der vorherigen Flüssigkeit aufgenommen hat.
Nach ungefähr 5 Minuten die Kürbiswürfel hinzufügen.
Das Risotto insgesamt etwa 18–20 Minuten garen. Die genaue Garzeit hängt vom verwendeten Reis ab.
Der Reis sollte am Ende noch einen leichten Biss besitzen, während der Kürbis weich geworden ist. Einige Kürbiswürfel dürfen beim Rühren leicht zerfallen – genau dadurch bekommt das Risotto seine schöne orange Farbe und zusätzliche Cremigkeit.
Risotto mit Butter und Parmesan vollenden
Wenn der Reis gar ist, den Topf vom Herd nehmen.
Die restlichen 20 g kalte Butter und 50 g frisch geriebenen Parmesan einrühren.
Mit Salz, Pfeffer und einer kleinen Prise Muskat abschmecken.
Falls das Risotto jetzt zu fest erscheint, noch einen kleinen Schuss heißen Fond dazugeben.
Das fertige Risotto sollte leicht fließen und beim Bewegen des Tellers langsam auseinanderlaufen.
In Italien wird diese Konsistenz häufig als all’onda bezeichnet – also sinngemäß „wie eine Welle“.
Garnelen richtig braten
Die Garnelen mit Küchenpapier sorgfältig trocken tupfen.
Olivenöl in einer Pfanne kräftig erhitzen.
Die Garnelen hineingeben und je nach Größe ungefähr 1–2 Minuten pro Seite braten.
Kurz vor Ende der Garzeit die leicht angedrückte Knoblauchzehe und die gehackte Petersilie hinzufügen.
Mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen und anschließend mit wenig Zitronensaft abschmecken.
Die Garnelen sollten gerade eben durchgegart sein. Zu lange gebraten werden sie schnell trocken und verlieren ihre angenehm saftige Konsistenz.
Cremiges Kürbisrisotto anrichten
Das Kürbisrisotto unmittelbar nach dem Fertigstellen auf vorgewärmte Teller oder tiefe Schalen verteilen.
Je Portion zwei gebratene Garnelen auf das Risotto setzen.
Etwas Kräuterpesto locker über das Risotto träufeln.
Zum Schluss ein oder zwei Parmesanhippen aufrecht in das Risotto stecken.
Dadurch entsteht genau der Kontrast, den ich bei diesem Gericht besonders mag: cremiges Risotto, saftige Garnele, frisches Kräuterpesto und knuspriger Parmesan.

Meine Tipps für ein perfektes Kürbisrisotto
Den Reis nicht waschen
Risottoreis sollte vor der Zubereitung nicht gewaschen werden. Die Stärke an der Oberfläche hilft später dabei, die typische cremige Konsistenz zu erzeugen.
Fond immer heiß verwenden
Kalter Fond würde den Garprozess jedes Mal unterbrechen. Deshalb die Flüssigkeit während der gesamten Zubereitung in einem separaten Topf heiß halten.
Nicht die komplette Flüssigkeit auf einmal dazugeben
Der Fond wird nach und nach eingerührt. Dadurch lässt sich die Konsistenz wesentlich besser kontrollieren.
Das Risotto nicht trocken kochen
Ein Risotto wird beim Abkühlen sehr schnell fester. Im Topf darf es deshalb zunächst etwas flüssiger erscheinen, als du vielleicht erwartest.
Parmesan und Butter erst am Ende
Butter und Parmesan werden erst nach dem eigentlichen Garprozess eingerührt. Dadurch entsteht die besonders cremige und glänzende Konsistenz.
Kürbisrisotto als Vorspeise oder Hauptgericht
In der auf den Bildern gezeigten Portion eignet sich das Kürbisrisotto hervorragend als Vorspeise.
Für vier Personen reichen deshalb 200 g Risottoreis vollkommen aus.
Möchtest du das Gericht als Hauptgang servieren, kannst du entweder zwei größere Portionen aus dem Rezept machen oder die Zutatenmenge entsprechend erhöhen.
Gerade für ein herbstliches Menü gefällt mir die kleinere Variante besonders gut, weil Parmesan, Risotto und Garnele geschmacklich durchaus kräftig sind.
Passende Variationen
Das Grundrezept lässt sich problemlos verändern.
- Statt Hokkaido kannst du Butternut verwenden.
- Jakobsmuscheln funktionieren anstelle der Garnelen hervorragend.
- Geröstete Kürbiskerne bringen zusätzliche Textur.
- Ein paar Tropfen Kürbiskernöl sorgen für noch mehr Kürbisaroma.
- Salbei passt sehr gut zu Kürbis und Parmesan.
- Für eine vegetarische Variante die Garnelen einfach weglassen.
Mein Fazit
Kürbisrisotto mit Garnele verbindet für mich sehr schön herbstliche Wohlfühlküche mit einer etwas feineren Anrichtung.
Das cremige Risotto und der leicht süßliche Hokkaido bilden die Grundlage. Die gebratene Garnele bringt etwas Leichtigkeit und einen feinen Meeresgeschmack dazu.
Besonders wichtig sind für mich allerdings auch die beiden kleinen Ergänzungen: Das Kräuterpesto sorgt für Frische und die Parmesanhippe für Würze und Crunch.
So wird aus einem einfachen Kürbisrisotto eine Vorspeise, die sich auch sehr gut für Gäste oder ein herbstliches Menü eignet.
Häufige Fragen zum Kürbisrisotto
Welcher Kürbis eignet sich am besten für Risotto?
Hokkaido und Butternut eignen sich besonders gut. Hokkaido schmeckt etwas kräftiger und nussiger, während Butternut milder und leicht süßlich ist.
Muss Hokkaido für Risotto geschält werden?
Nein. Die Schale des Hokkaido wird beim Garen weich und kann normalerweise mitgegessen werden.
Welcher Reis eignet sich für Kürbisrisotto?
Carnaroli und Arborio sind klassische Risottoreissorten. Carnaroli behält häufig etwas besser seinen Biss und lässt sich sehr gut cremig zubereiten.
Warum wird Risotto cremig?
Die Stärke des Risottoreises löst sich während des Garens teilweise und verbindet sich mit der Flüssigkeit. Butter und Parmesan sorgen am Ende für zusätzliche Cremigkeit.
Muss man Risotto ständig rühren?
Es sollte regelmäßig gerührt werden, muss aber nicht ohne Pause bewegt werden. Entscheidend ist, dass nichts am Boden ansetzt und sich die Stärke gleichmäßig löst.
Kann man Kürbisrisotto vorbereiten?
Ein vollständig fertiges Risotto sollte möglichst frisch serviert werden. Für Gäste kann der Reis jedoch teilweise vorgegart und kurz vor dem Servieren mit heißem Fond fertiggestellt werden.
Kann man Kürbisrisotto aufwärmen?
Ja, allerdings verändert sich die Konsistenz. Beim Erwärmen etwas Fond oder Wasser hinzugeben, damit das Risotto wieder cremiger wird.
Was passt zu Kürbisrisotto?
Garnelen, Jakobsmuscheln, gebratene Pilze, Salbei, Kürbiskerne, Parmesan und Kräuterpesto passen sehr gut zu Kürbisrisotto.
Kann man das Kürbisrisotto vegetarisch zubereiten?
Ja. Die Garnelen einfach weglassen und das Risotto beispielsweise mit gebratenen Pilzen, Kürbiskernen oder zusätzlichen Parmesanhippen servieren.
Noch mehr Kürbis & Küchenwissen
Du möchtest wissen, welcher Kürbis für welches Gericht am besten geeignet ist? Dann lies meinen großen Küchenwissen-Beitrag Kürbissorten im Überblick – welcher Kürbis eignet sich wofür?.
Weitere herbstliche Kürbisideen findest du zum Beispiel bei meiner Hokkaido-Pasta mit Perlhuhn oder bei den Schweinemedaillons mit Kürbis-Walnuss-Gemüse.
