Quarkstollen gehört für mich zur Weihnachtszeit einfach dazu. Im Gegensatz zu einem klassischen Christstollen mit Hefeteig wird diese Variante mit Quark und Backpulver gebacken und ist dadurch besonders unkompliziert.
Rosinen, geröstete Mandeln, Vanille, Bittermandelaroma und etwas Orangenlikör sorgen für das typische weihnachtliche Aroma. Direkt nach dem Backen wird der noch warme Stollen mehrfach mit zerlassener Butter bestrichen und anschließend großzügig mit Puderzucker bestäubt.
Das Ergebnis ist ein saftiger Weihnachtsstollen, der keine wochenlange Reifezeit benötigt und bereits nach dem Auskühlen angeschnitten werden kann.
Zutaten für Quarkstollen
Für 1 großen Stollen / ca. 10 Portionen
Für den Quarkstollenteig
- 500 g Mehl
- 200 g Zucker
- 250 g weiche Butter
- 250 g Quark
- 2 Eier
- 15 g Backpulver
Für die Füllung
- Mark von 1/2 Vanilleschote
- 200 g Rosinen
- 4 cl Orangenlikör
- 30 g Zitronat
- 50 g gehackte Mandeln
- 1/2 Fläschchen Bittermandelaroma
Nach dem Backen
- zerlassene Butter nach Bedarf
- Puderzucker nach Bedarf
Vorbereitungszeit: ca. 30 Minuten
Backzeit: ca. 70 Minuten
Gesamtzeit: ca. 1 Stunde 40 Minuten
Ergibt: 1 großen Stollen / ca. 10 Portionen
Schwierigkeitsgrad: leicht
Rosinen mit Orangenlikör vorbereiten
Die Rosinen zusammen mit dem Orangenlikör in einen kleinen Topf geben.
Alles vorsichtig erwärmen, aber nicht kräftig kochen.
Anschließend vom Herd nehmen und einige Minuten ziehen lassen, damit die Rosinen Flüssigkeit und Aroma aufnehmen können.
Danach vollständig beziehungsweise weitgehend abkühlen lassen.
Mandeln für den Quarkstollen rösten
Die gehackten Mandeln ohne zusätzliches Fett in eine Pfanne geben.
Bei mittlerer Temperatur unter regelmäßigem Schwenken leicht goldbraun rösten.
Sobald sie angenehm nussig duften, aus der heißen Pfanne nehmen und abkühlen lassen.
Durch das Rösten bekommen die Mandeln deutlich mehr Aroma und kommen im fertigen Stollen besser zur Geltung.
Quarkstollenteig zubereiten
Mehl und Backpulver in einer großen Schüssel miteinander vermischen.
Zucker, weiche Butter, Quark und Eier hinzufügen.
Vanillemark und Bittermandelaroma ebenfalls dazugeben.
Alles zügig zu einem gleichmäßigen Teig verkneten.
Nun die vorbereiteten Rosinen, das Zitronat und die gerösteten Mandeln hinzufügen und möglichst gleichmäßig in den Teig einarbeiten.
Den Teig dabei nur so lange kneten, bis alle Zutaten gut verteilt sind.
Quarkstollen formen
Den Backofen auf 145 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem länglichen Laib formen.
Für die typische Stollenform kann der Teig längs leicht eingedrückt und eine Seite etwas über die andere geschlagen werden.
Alternativ kann der Quarkstollen wie im ursprünglichen Rezept in einer geeigneten Stollen- beziehungsweise Backform gebacken werden.
Den geformten Stollen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen.
Quarkstollen backen
Den Stollen im vorgeheizten Backofen bei 145 °C Ober-/Unterhitze etwa 70 Minuten backen.
Da Backöfen unterschiedlich arbeiten und auch die Form des Stollens Einfluss auf die Backzeit hat, gegen Ende der Backzeit kontrollieren.
Der Stollen sollte rundherum gebräunt und vollständig durchgebacken sein.
Wird die Oberfläche zu dunkel, kann sie gegen Ende der Backzeit locker mit Backpapier abgedeckt werden.

Quarkstollen mit Butter und Puderzucker verfeinern
Den fertig gebackenen Quarkstollen aus dem Ofen nehmen.
Noch warm großzügig mit zerlassener Butter bestreichen.
Die Butter kurz einziehen lassen und den Vorgang nach Belieben wiederholen.
Anschließend großzügig mit Puderzucker bestäuben.
Durch Butter und Puderzucker bekommt der Stollen seine typische süße Oberfläche und bleibt gleichzeitig saftiger.
Den Stollen vor dem Verpacken vollständig auskühlen lassen.
Wie lange hält sich Quarkstollen?
Quarkstollen unterscheidet sich bei der Lagerung von klassischem Christstollen. Durch den Quark ist er relativ saftig und sollte nicht monatelang bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.
Nach dem vollständigen Auskühlen den Stollen luftdicht beziehungsweise sehr gut verpacken und an einem kühlen, trockenen Ort lagern.
Für eine längere Aufbewahrung lässt sich der Quarkstollen auch gut portionsweise einfrieren.
Anders als viele klassische Hefestollen benötigt Quarkstollen keine lange Reifezeit. Er kann bereits nach dem Auskühlen gegessen werden.
Meine Tipps für saftigen Quarkstollen
Rosinen vorher einweichen
Durch das Einweichen in Orangenlikör werden die Rosinen saftiger und bekommen zusätzlich ein feines Orangenaroma.
Mandeln vorher rösten
Geröstete Mandeln schmecken intensiver als unbehandelte Mandeln und bringen eine angenehm nussige Note in den Stollen.
Den Teig nicht unnötig lange kneten
Sobald alle Zutaten gleichmäßig verteilt sind, reicht es aus. Der Quarkstollenteig muss im Gegensatz zu Hefeteig nicht lange ausgeknetet werden.
Auf die Backzeit achten
Ein großer Stollen benötigt Zeit, damit auch die Mitte vollständig durchbackt. Gleichzeitig sollte die Oberfläche nicht zu dunkel werden.
Butter auf den warmen Stollen geben
Der noch warme Stollen nimmt die zerlassene Butter besonders gut auf.
Großzügig mit Puderzucker bestäuben
Nach dem Buttern darf die Puderzuckerschicht ruhig etwas kräftiger ausfallen – genau das gehört für mich zu einem klassischen Weihnachtsstollen dazu.
Erst vollständig ausgekühlt verpacken
Wird noch warmer Stollen luftdicht verpackt, kann sich Kondenswasser bilden. Deshalb immer vollständig auskühlen lassen.
Quarkstollen oder klassischer Christstollen?
Der wichtigste Unterschied liegt im Teig.
Klassischer Christstollen wird meistens mit Hefe hergestellt und benötigt entsprechende Gehzeiten. Viele traditionelle Stollen werden außerdem vor dem Anschneiden eine Zeit lang gelagert, damit sich ihre Aromen entwickeln.
Dieser Quarkstollen wird mit Backpulver zubereitet. Der Quark macht den Teig saftig und der Stollen kann bereits kurz nach dem Backen gegessen werden.
Damit eignet er sich besonders gut, wenn in der Adventszeit kurzfristig ein selbst gebackener Stollen auf den Tisch soll.
Weitere Backideen mit Quark
Wenn du gerne mit Quark backst, probiere auch meinen Quarkstrudel mit Mango und Cranberries.
Weitere Kuchen-, Stollen- und Gebäckideen findest du in meiner Kategorie Backen.
Mein Fazit
Quarkstollen ist für mich eine unkomplizierte Alternative zum klassischen Hefestollen.
Quark sorgt für einen saftigen Teig, Rosinen und Orangenlikör bringen Fruchtigkeit und Mandeln, Vanille sowie Bittermandelaroma sorgen für die typische weihnachtliche Würze.
Nach dem Backen noch reichlich Butter und Puderzucker darüber – und der selbst gebackene Stollen ist bereit für die Adventszeit.
Häufige Fragen zum Quarkstollen
Was ist der Unterschied zwischen Quarkstollen und Christstollen?
Quarkstollen wird häufig mit Backpulver statt Hefe gebacken und enthält Quark. Dadurch benötigt er keine lange Gehzeit und kann bereits kurz nach dem Auskühlen gegessen werden.
Muss Quarkstollen mehrere Wochen durchziehen?
Nein. Im Gegensatz zu vielen klassischen Christstollen benötigt Quarkstollen keine mehrwöchige Reifezeit und schmeckt bereits frisch sehr gut.
Wie lange hält sich selbst gebackener Quarkstollen?
Quarkstollen sollte vollständig ausgekühlt, gut verpackt und kühl sowie trocken gelagert werden. Aufgrund seines höheren Feuchtigkeitsgehalts ist er nicht für eine monatelange Lagerung wie manche klassischen Stollen gedacht.
Kann man Quarkstollen einfrieren?
Ja. Quarkstollen lässt sich gut einfrieren. Besonders praktisch ist es, ihn vorher in Portionen oder Scheiben zu schneiden und luftdicht zu verpacken.
Warum werden die Rosinen in Orangenlikör eingeweicht?
Die Rosinen nehmen dadurch Flüssigkeit auf, bleiben im Stollen saftiger und bekommen zusätzlich ein feines Orangenaroma.
Kann man Quarkstollen ohne Alkohol backen?
Ja. Der Orangenlikör kann beispielsweise durch Orangensaft ersetzt werden. Dadurch verändert sich das Aroma etwas.
Warum wird der Stollen nach dem Backen mit Butter bestrichen?
Die zerlassene Butter sorgt für zusätzlichen Geschmack und hilft dabei, den Stollen saftig zu halten. Außerdem haftet der Puderzucker dadurch besser an der Oberfläche.
Kann man Quarkstollen direkt nach dem Backen essen?
Ja. Nach dem vollständigen Auskühlen kann der Quarkstollen direkt angeschnitten werden. Nach ein oder zwei Tagen sind die Aromen häufig noch etwas stärker miteinander verbunden.
